07-08-12

Dach ausbauen und dämmen

Interview: Trainer Frank Boddenberg weiß, wie es geht


Dachgeschosse bieten wertvollen neuen Lebensraum. Doch bevor man diesen beziehen kann, muss das Dach abgedichtet, gedämmt und ausgebaut werden. Was dabei zu beachten ist, erklärt Trainer Frank Boddenberg im Interview.

 

 

 

 

 

Herr Boddenberg, unter deutschen Dächern schlummert viel ungenutzter Raum. Warum lohnt sich ein Ausbau?
Frank Boddenberg:
Zum einen entsteht durch den Ausbau des Dachgeschosses vollwertiger, neuer Wohnraum – schließlich kann dieser je nach Region und Lage recht teuer sein, so dass sich ein Dachausbau schnell rechnet. Zum anderen trägt ein gedämmtes Dachgeschoss dazu bei, dass im Winter die erzeugte Wärme innerhalb der Gebäudehülle bleibt und diese nicht auskühlt. Gleichzeitig kann sich das Dach im Sommer nicht in eine Sauna verwandeln und den Rest des Gebäudes aufheizen.


Was ist beim Dachausbau grundsätzlich zu beachten?
Frank Boddenberg:
Eine entscheidende Rolle spielt die Dämmstoffdicke verbunden mit der Wärme-Leit-Gruppe (z. B. WLG 035). Um den geforderten U-Wert eines Bauteils (hier: 0,24 W/(m²K) ) einzuhalten, der nach der Energieeinsparverordnung 2009 (EnEV) vorgeschrieben ist, muss der Dämmstoff mit einer WLG 035 mindestens 20 Zentimeter dick sein. Je kleiner der Wert (z. B. 032, 030), umso besser die Dämmwirkung und umso geringer kann der Gesamtaufbau ausfallen. Grundsätzlich sollte man darauf achten, dass der Dachstuhl komplett gedämmt wird und keine Lücken (Wärmebrücken) an Zwischen- und Giebelwänden sowie an Balken gelassen werden, an denen die Wärme entweichen kann. Natürlich ist auch eine Abdichtung nötig, damit die Dämmung nicht feucht wird und ihre Dämmeigenschaft verliert. Im Zuge der Dachdämmung sollten auch die Dachfenster erneuert bzw. ausgetauscht werden. Wichtig: Werden bestimmte Vorgaben nicht beachtet, können Bauschäden entstehen, die sich nur mit sehr viel Aufwand und Mehrkosten sanieren lassen.


Welche Materialien sind für den Ausbau zu empfehlen?
Frank Boddenberg:
Glas- und Stein-Wolle eignen sich sehr gut. Neben einer guten Dämmwirkung, lassen sich diese Materialien einfach verarbeiten und einbauen. Alternativ kann man auch Dämmmaterial aus nachwachsenden Rohstoffen, wie Flachs oder Hanf, verwenden. Hier ist die Dämmwirkung jedoch etwas geringer. Eine Einblasdämmung aus Zellulose erreicht wiederum sehr gute Dämmwerte. Allerdings können nur Fachbetriebe mit speziellen Geräten diese Art der Dämmung ausführen.


Laut Gesetz muss man auch unbewohnten Dachraum dämmen. Warum?
Frank Boddenberg:
Die Energieeinsparverordnung schreibt die Dämmung des Daches bzw. der obersten Geschossdecke dann vor, wenn der Wärmedurchgangskoeffizient, der sogenannte U-Wert, mehr als 0,24 W/(m²K) beträgt und die Decke zugänglich ist. Wird der Spitzboden als Stauraum genutzt, muss die Dämmung mit druckstabilem Material ausgeführt werden. Die Dämmung kann in Eigenleistung verlegt werden.


Ist vor dem Ausbau eine Beratung durch einen Bausachverständigen oder einen Energieberater sinnvoll?
Frank Boddenberg:
Sie ist nicht nur sinnvoll, sondern auch notwendig. Schließlich haben Bauherren oft nicht das Detailwissen und kennen die aktuelle Gesetzeslage nicht so genau. Außerdem kann der Energieberater benötigte Bescheinigungen für Fördermittelanträge und vergünstigte Darlehen ausstellen.

 

Herr Boddenberg, man kann bei Ihnen einen Kurs zum Thema Dachdämmung besuchen.
Was genau lernt man da?

Frank Boddenberg: Zum einen lernen Mann und Frau die verschiedenen Materialien und deren Eigenschaften kennen. Zum anderen werden die anerkannten Regeln der Technik angesprochen, nach denen die Materialien verbaut werden müssen und worauf genau zu achten ist, damit keine Feuchtigkeits- und Bauschäden entstehen.
Der praktische Bereich ist ein sehr wichtiger Bestandteil des Kurses, der den Teilnehmern die notwendigen Schritte und deren Umsetzbarkeit vor Augen führt. Da zum Teil sehr unterschiedliche Maßnahmen durchgeführt werden sollen, die immer vom Haus und dessen Lage, Ausrichtung und Nutzung abhängen, behandeln wir im Kurs unterschiedliche Methoden. Dabei beantworte ich auch individuelle Fragen der Teilnehmer, damit sie gut für ihren Dachausbau gerüstet sind.

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