28-03-18

Frühe Ernte dank schlauem Beet

Der Natur immer einen Schritt voraus


Es ist ein kalter und wechselhafter Start für junges Gemüse im Garten. Aber mit einem Trick können Sie jetzt schon draußen aussäen: Ein Frühbeet sorgt dafür, dass die Saat trotzdem aufgeht und die Keimlinge nicht erfrieren. Dazu braucht es ein – klappbares – Dach und vier Seitenwände. So eine Konstruktion kann man sich leicht selber bauen und einfach auf dem Hochbeet oder über einem Beet auf dem Boden aufstellen.  


Gärtner stehen jedes Jahr vor eine Herausforderung: Wird es zu kalt, drohen die Keimlinge zu erfrieren – oder die Samen treiben gar nicht erst aus. Die Lösung für dieses Problem ist ein Frühbeet. Es schafft relativ konstante Wachstumsbedingungen über das ganze Jahr. Gerade zum Saisonbeginn lässt sich damit die erste Ernte um bis zu drei oder vier Wochen nach vorne verlegen!

Starten können Sie mit der Anzucht je nach Region und Witterung im Februar, spätestens im März. Im Frühbeet können Sie vor allem Salat, Spinat, Kohlrabi, Radieschen und Kräuter wachsen lassen. Außerdem können frostempfindliche Jungpflanzen vorgezogen werden, um sie später ins Gemüse- oder Blumenbeet auszupflanzen. Im Sommer lässt sich das Frühbeet für Paprika, Auberginen, Gurken oder Melonen nutzen. Im Winter wachsen dort unter anderem Feld- und Endiviensalat. 

Simpel: Ein Deckel, vier Wände

Das Prinzip ist einfach: ein viereckiger Kasten, der Rahmen besteht meist aus Holz, Kunststoff, Klinker oder (Beton-)Stein. Obendrauf kommt ein lichtdurchlässiger Deckel – fertig. So sind die Pflanzen vor Wind und Wetter geschützt und bekommen trotzdem Sonne satt. Damit das klappt, sollte die Standortwahl wohlüberlegt sein: Am besten bauen Sie das Beet so, dass der Deckel nicht plan, sondern mit einem Gefälle von ca. 15 Prozent auf dem Kasten aufliegt und richten diese Seite nach Süden aus. So treffen die schräg einfallenden Sonnenstrahlen gerade auf und entfalten ihre volle Wirkung. Dann können Ihre Pflänzchen wie in einem Mini-Gewächshaus gedeihen.

Am stabilsten und langlebigsten ist eine Konstruktion aus Natur- oder häufiger Betonstein, auch Klinkersteine sehen gut aus. Die kann aber nicht so einfach versetzt werden. Das ist aber nicht nur wichtig für Mieter, sondern für alle, die das Frühbeet nur zu Jahresbeginn nutzen wollen. Klarer Vorteil bei Holz oder Kunststoff: die Flexibilität. Dadurch lässt sich das Frühbeet je nach Bedarf an einem beliebigen Platz im Garten auf- und abbauen. Wer direkt durchstarten will, greift auf Bausätze zurück. Wer aber noch ein paar Holzbretter zur Verfügung hat (vielleicht Dielenstücke vom Terrassenbau) und sogar ein altes Fenster oder auch Stegplatten, kann daraus mit wenigen Handgriffen und Schrauben selbst ein Frühbeet zimmern. Die Größe bleibt Ihnen, der geplanten Verwendung und dem vorgesehenen Standort überlassen, dennoch sollte der Rahmen vorne mindestens 35 bis 40 Zentimeter, hinten 50 bis 55 Zentimeter betragen. Die Tiefe sollte wie beim Hochbeet nicht größer sein als einen Meter, damit man bequem an alle Pflanzen herankommt. Die Länge richtet sich ebenfalls nach dem vorhandenen Beet, mit 1,5 bis 2 Metern erreichen Sie immerhin eine Anbaufläche von ca. anderthalb bis zwei Quadratmetern.

Frisches Gemüse 365 Tage im Jahr 

Steht das Frühbeet, geht es ans Eingemachte: säen und pflanzen. Radieschen, Kohlrabi und Co. lassen sich durch die Wärmehaube mindestens vier Wochen früher als im Freiland ernten. Außerdem können damit bereits im Frühjahr frostempfindliche Setzlinge für die Freilandsaat vorgezogen werden. Wärmebedürftige Pflanzen fühlen sich auch im Sommer im geschützten Kasten wohl – solange es darin nicht zu heiß wird. Bleibt das Frühbeet im Herbst und Winter in Betrieb, liefert es knackige Salate.

Die richtige Pflege ist das A und O

Als Deckel eignen sich bspw. ein mit Gewächshausfolie bespannte Holzrahmen oder Doppelstegplatten. Ein Aufsteller hilft, die Temperatur bei Bedarf zu regulieren. Wer die Luxusvariante will, greift zum automatischen Fensterheber: Steigt die Temperatur im Frühbeet, öffnet sich das Kastendach automatisch, frische Luft gelangt ins Innere und die Pflanzen können durchatmen. Wärmestau ist aber nicht nur ein Sommerthema. Die Kraft der Wintersonne sollte keinesfalls unterschätzt werden!Ebenso wichtig ist genügend Wasser. Besonders an heißen Tagen sollten Gärtner täglich zur Gießkanne greifen. Der unliebsame Nebeneffekt: Das Unkraut wächst ebenso schnell. Also raus damit. Sonst nimmt es dem Gemüse Licht und Nährstoffe. Außerdem sollten Sie vor jedem Bepflanzen den Boden lockern. So wachsen die Setzlinge besser.

Tipp: Naturheizung aus Mist  

Für die Extraportion Wärme im Frühjahr sorgt eine Naturheizung aus Pferdemist vom nächstgelegenen Bauernhof. Sie verstärkt das Gewächshausklima und unterstützt das Pflanzenwachstum. Dabei zersetzen Mikroorganismen den stickstoffreichen Dung, wodurch Kohlendioxid und Wärme entstehen. Und so geht’s: Zunächst den Boden im Beet circa 40 Zentimeter ausheben und den Pferdemist – zur Hälfte gemischt mit Stroh oder Laub – 20 Zentimeter hoch einfüllen. Die unterste Schicht nach drei Tagen mit Gartenerde, angereichert mit Kompost, bedecken (circa 20 Zentimeter hoch). Nochmals drei Tage warten. Nun kann gesät und gepflanzt werden. Auch wenn es bei der Arbeit etwas stinkt: Die Pflanzen danken es Ihnen!

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