02-05-18

Grillen – heiße Leidenschaft mit Regeln

Was Sie im Garten, auf dem Balkon und im Park beachten müssen


Rasen mähen, Hecke schneiden, den Grill anwerfen – für all diese Tätigkeiten im Garten gibt es Vorgaben, wann und wie sie erlaubt sind. Im Sommer interessiert viele vor allem, ab wann das brutzelnde Steak auf dem Rost zu Problemen führen kann. Dazu gibt es einiges Halbwissen, aber auch immer wieder neue Gerichtsurteile – die aber meist nicht bundesweit gelten. Wir beantworten Ihnen deshalb einige wichtige Fragen!

Wie oft darf ich grillen?

Das hängt davon ab, ob Sie jemanden damit stören könnten. Im eigenen Garten ohne nahe Nachbarn steht es Ihnen frei, so oft Sie wollen. Anders sieht es bei Mehrparteienhäusern aus oder in der Stadt.
Da haben Gerichte diese Frage aber sehr unterschiedlich beantwortet: In Bremen dürfen Sie zum Beispiel von April bis September einmal monatlich an den Rost, wenn Sie Ihren Nachbarn 48 Stunden vorher darüber informieren. In Stuttgart ist nach dreimaligem Grillen für jeweils zwei Stunden für den Rest der Saison Schluss. Nach Auffassung des OLG Oldenburg kann es bis zu viermal im Jahr „sozialadäquat“ sein, zu grillen. Die Richter in Bonn sehen das etwas entspannter: Sie erlauben das Grillvergnügen immerhin einmal monatlich mit vorheriger Ankündigung.

Wo darf ich grillen?

Das Grillen auf dem Balkon eines Mehrfamilienhauses kann durch eine Regelung im Mietvertrag oder in der Hausordnung komplett verboten werden. Halten sich die Mieter trotz Abmahnung nicht an das Verbot, darf ihnen sogar fristlos gekündigt werden. Auch in einer Eigentumswohnanlage kann das Grillen auf Balkon oder Terrasse durch einen Mehrheitsbeschluss der Eigentümerversammlung verboten werden. Ansonsten ist das sommerliche Grillen im Garten meist erlaubt, wenn die Nachbarn dadurch nicht oder nur unwesentlich beeinträchtigt werden.

Das können Sie auch dadurch erreichen, dass Sie darauf achten, dass Wärme- und Rauchentwicklung nicht überhandnehmen und die entstehenden Dünste nicht in die Nachbarwohnungen ziehen. Also suchen Sie vielleicht nicht einfach den für Sie bequemsten Standort, sondern weichen ggf. in eine Ecke aus. Deutlich weniger Düfte – einige Grillfans würden allerdings auch geschmackliche Einbußen nennen – produziert das Grillen mit einem Elektro- oder Gasgrill. So riecht es vielleicht nach gegrilltem Fleisch, aber nicht nach Ruß oder gar Spiritus. 

Kleiner Trost: Wer nicht ganz auf das Grillvergnügen verzichten möchte, kann öffentlich ausgewiesene Standorte fürs Barbecue nutzen. Parks, Wiesen und Grünanlagen unterstehen in der Regel der Obhut der Kommunen. Auch wenn diese zum Grillen freigegeben sind, ist offenes Feuer meist tabu. Das ist nicht nur gefährlich, sondern schädigt meist auch die Grasnarbe. Benutzen Sie am besten einen Grill, der ausreichend Luft zur Gras- oder Rasenfläche lässt, und keinen Einmalgrill, der auf dem Boden steht. Halten Sie Abstand zu Häusern und Bäumen und lassen Sie den Grill nicht unbeaufsichtigt. Selbstverständlich sollten Sie am Ende sämtlichen Müll wieder einsammeln und auch die ggf. vorhandene heiße Asche sachgerecht entsorgen.

Grillparty – ab wann ist es Ruhestörung?

In Mehrfamilienhäusern (und auch anderswo) soll zwischen 22 Uhr und 6 Uhr und mittags – je nach Hausordnung – zwischen 13 und 15 Uhr maximal Zimmerlautstärke herrschen. Das bedeutet, dass Geräusche außerhalb der Wohnung innerhalb dieser Ruhezeiten nicht mehr wahrnehmbar sind. Diese Lautstärke kann je nach Wohnsituation, Bodenbelag oder Dämmung individuell variieren. Wenn Sie also draußen grillen, sollten Sie darauf achten, ab 22 Uhr leise zu sein – wer beispielsweise in einer größeren Wohnanlage lebt, weiß sicher, wie weit selbst vermeintlich leise Gespräche. Das gilt nicht nur für Telefonate, sondern auch und vor allem für laute Unterhaltungen oder Musik. Aber auch außerhalb der Ruhezeiten darf eine Stereoanlage nicht so weit aufgedreht werden, dass der Nachbar dadurch gestört wird. 

Am besten halten Sie es so, wie Sie es auch selbst bevorzugen: Sagen Sie Ihren direkten Nachbarn ein paar Tage vorher persönlich oder per Aushang Bescheid, wenn Sie eine größere Grillparty mit Gästen planen. So vorgewarnt erträgt man den Lärm entspannter – und wer unbedingt Ruhe möchte, bekommt Gelegenheit, an einen anderen Ort auszuweichen.  

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