26-01-18

Hecken richtig pflegen und schneiden

Häufige Fehler im Umgang mit Heckenschere und Co.


Meist dient eine Hecke als Sichtschutz nach außen. Sie sollte deshalb möglichst dicht und hoch wachsen. Damit das gelingt, brauchen Hecken und andere Gehölze im zeitigen Frühjahr eine neue „Frisur“. Wichtig ist, dass noch keine Vögel in den Zweigen brüten! Einfach drauflosschneiden sollten Sie aber auch dann nicht: Die richtige Technik und das Werkzeug sind entscheidend für einen gesunden Wuchs Ihrer grünen Grenze.  


Vom Zeitpunkt: Formschnitt oder Rückschnitt?
Vom 1. März bis 30. September dürfen Sie Hecken wegen der Bestimmungen des Bundesnatur-schutzgesetzes (BNatSchG) zum Vogelschutz weder radikal verjüngen noch entfernen. Diese Regelungen betreffen Bäume, Hecken, lebende Zäune, Sträucher und weitere Gehölze auch in privaten Gärten. Der Rückschnitt ist entsprechend nur zwischen Anfang Oktober und Ende Februar möglich. Das ist aber nicht nur gut, um die Tierwelt zu schonen, sondern auch, weil sich die Triebe dann noch halb im Winterschlaf befinden und noch nicht voll im Saft stehen. 

Pflegeschnitte sind in dieser Zeit trotzdem erlaubt – solange kein Vogel in der Hecke brütet! Beim sogenannten Formschnitt werden lediglich herauswachsende Äste korrigiert. Wenn Sie etwas stört, sollten Sie es aber rechtzeitig vor dem nächsten Frost erledigen, sonst drohen eventuell Schäden. Auch Pflegeschnitte an Obstgehölzen sind aus der Verbotsregelung ausgenommen. Sie sind ganzjährig erlaubt.

Das Wetter spielt eine Rolle
Achten Sie auf die Außentemperatur und das Wetter, wenn Sie Ihre Hecke nicht unnötig schädigen wollen. Schneiden Sie nur, wenn das Thermometer mehr als 
– 5°C anzeigt. Sonst verheilt der Schnitt eventuell nicht sauber. Ähnliches gilt bei zu viel Sonnenschein: Die Schnittflächen können austrocknen und die Hecke droht zu verwelken. Warten Sie mit dem Schnitt also lieber auf einen trüben Tag.

Hecke in Form
Warum muss die Hecke überhaupt geschnitten werden? Schließlich dient sie meist als 
Sichtschutz. Doch Hecken bleiben nur blickdicht, wenn sie regelmäßig gestutzt werden. 
Das Wachstum der Gehölze wird angekurbelt: Erst durch den passenden Schnitt verzweigen 
sich die Äste im entsprechenden Umfang. Die Hecke wächst schön dicht und es entstehen 
keine störenden Löcher. 
Aber wie schneidet man sie richtig? Damit alle Bereiche ausreichend Licht bekommen, müssen Hecken trapezförmig aussehen. Das heißt: unten breiter als oben! Das wird sehr häufig falsch gemacht und kann dazu führen, dass einige Stellen verkahlen. Schneiden Sie die Flanken zuerst, dann ist die Krone besser erreichbar. Damit Sie sich hinterher nicht über ein „Gefälle“ ärgern, spannen Sie am besten vorher etwas unterhalb der Heckenkrone – natürlich gerade – eine farblich abgesetzte Schnur. So erleichtern Sie sich das Kappen deutlich. Eine Heckenschere dauerhaft über dem Kopf zu führen bedeutet nicht nur wenig Sichtkontrolle, sondern ist auch sehr mühsam und bietet zudem weniger Kontrolle. Ein Mini-Gerüst ist da eine gute Alternative zur Leiter und auch leicht zu verschieben. 
Tipp: Wurde eine Hecke lange nicht gepflegt, sollten Sie beim Rückschnitt zunächst nur im Wuchsbereich arbeiten. Besonders empfindlich sind meist die Heckenflanken, da der Austrieb sich vor allem nach oben orientiert. 

Das richtige Werkzeug
Lorbeer und andere großblättrige Hecken schneiden Sie idealerweise mit einer mechanischen Hand-Heckenschere. Denn Heckenscheren mit einem Schwert zerteilen die Blätter wahllos. Hier können deshalb Krankheiten die Folge sein. Mit einer kleineren Schere können Sie gezielt einzelne Äste beschneiden, ohne zu viele Blätter zu schädigen. Bei sehr langen Hecken funktioniert diese Technik natürlich nur begrenzt – es sei denn, Sie haben sehr viel Zeit und wollen auch gleich ein Fitnesstraining absolvieren. 
Tipp: Legen Sie vor dem Schneiden unter der Hecke ein altes Bettlaken oder eine Plane aus. Das fängt viel Schnittgut auf, das sich dann leicht zur Tonne oder zum Kompost transportieren lässt. So sparen Sie beim Aufräumen und Säubern hinterher viel Zeit!

Sicherheit geht vor!
Beim Heckenschneiden kann einiges passieren – egal, ob Sie eine Elektro-, Benzin- oder Akkuschere benutzen. Zur Mindestausstattung gehören eine Schutzbrille und Handschuhe. Diese bewahren Sie vor Verletzungen durch zurückschnappende Äste. Je nach Lautstärke des Werkzeugs sind auch Ohrstöpsel oder Ohrschützer angebracht. Eng anliegende Kleidung ist Ihnen nicht im Weg und verheddert sich nicht etwa im Schneidwerk der Schere. Wenn Sie giftige Hecken wie Thuja oder Eibe schneiden, sollten Sie unbedingt auf lange Ärmel und Hosenbeine achten. Nach Hautkontakt kann es zu allergischen Reaktionen kommen.

Was passiert, wenn das Kabel durchtrennt wurde?
Elektrische Heckenscheren haben nur ein kurzes Kabel am Gerät, das Sie nicht durchtrennen können. Allerdings kann sich die Verlängerung trotz aller Vorsicht durchaus mal am falschen Ort befinden – schon ist es passiert! Bevor Sie jetzt das durchschnittene Kabel anfassen, trennen Sie dieses auf jeden Fall zuerst vom Strom oder schalten sie die Sicherung ab. Um genau diesen Fall zu verhindern, sollten Sie nur in eine Richtung arbeiten und das Kabel möglichst immer hinter Ihrem Arbeitsbereich führen. Nutzen Sie dabei die Zugentlastung am Gerät, dann ist Ihnen das Kabel nicht im Weg. Von Vorteil sind farblich auffällige Verlängerungskabel etwa in Rot, die übersieht man nicht so leicht.  


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