17-07-18

“Frauen unterschätzen sich oft"

Interview mit der amtierenden Miss Do-it-yourself Kerstin Weiser


Der typische Heimwerker ist ein Mann. Oder? Das Klischee, dass nur eine Hälfte der Menschheit geschickt im Umgang mit Werkzeugen und Materialien ist, scheint nach wie vor verbreitet. Und stimmt nicht. Denn es gibt viele und zunehmend mehr Frauen, die sich fürs Heimwerken interessieren und richtig gut darin sind. Auch deshalb veranstaltet die DIY Academy regelmäßig einen Contest, bei dem sich eine Frau mit ihren handwerklichen Fähigkeiten und Ideen beweisen muss, um den Titel „Miss Do-it-yourself“ zu erringen. Kerstin Weiser ist derzeit „Deutschlands beste Heimwerkerin“ und hat mit ihren 27 Jahren schon reichlich Erfahrung gesammelt. 


DIY Academy: Sind dir Unterschiede beim Heimwerken zwischen Männern und Frauen aufgefallen? 

Kerstin Weiser: Männer verbinden das Heimwerken häufig mit Muskelkraft. Durch den Einsatz von Maschinen ist aber meist eher die richtige Technik gefragt. Frauen dagegen unterschätzen sich oft und haben eine Scheu davor, die Werkzeuge zu benutzen. Dabei sind viele im Handling sehr leicht und intuitiv zu bedienen.

DIY Academy: Sind dir schon Männer mit Vorurteilen entgegengetreten, à la: „Frauen können das doch gar nicht“? Wie hast du darauf reagiert?

Kerstin Weiser: Es gibt tatsächlich Arbeiten, die ich gerne den Männern überlasse. Zum Beispiel, wenn es um das Schleppen von Material geht. Wenn es aber um das Heimwerken selber geht, lasse ich Vorurteilen keinen Raum. Wichtig ist, selbst davon überzeugt zu sein, dass man Dinge lernen kann und ausprobieren dabei absolut hilfreich ist. Dabei spielt es keine Rolle, welches Geschlecht man hat. Ich habe viele Männer in meinem Umfeld, die sehr erstaunt sind, was ich alles selber kann und mich häufig um Rat fragen.

DIY Academy: Was würdest du Frauen empfehlen, die keine Ahnung vom Heimwerken haben, keine Werkzeuge kennen, aber gerne aktiv werden wollen?

Kerstin Weiser: Allen, die gerne etwas selber machen wollen, rate ich, einfach mal anzufangen. Geeignet sind dabei kleine, überschaubare Projekte. Es ist sehr hilfreich, sich vorher genau Gedanken über das zu machen, was man bauen oder machen möchte. Dementsprechend gut kann die Baustelle vorbereitet werden. Das spart im Nachhinein Zeit und Ärger! Mir persönlich hat der Besuch von Heimwerkerkursen viel gebracht, dadurch wurde ich auf die DIY Academy aufmerksam. Vom Profi lernen und Tipps bekommen ist super wertvoll.

DIY Academy: Gibt es eine Sache, an die du dich noch nicht herangewagt hast und die du gerne machen willst?

Kerstin Weiser: Ich möchte mir einen Lehmofen im Garten bauen, um Pizza und Brote zu backen. Ich scheue mich ein wenig vor der Zeit, die dieses Projekt in Anspruch nehmen wird. Es steht aber fest auf meiner Agenda!

DIY Academy: Muss sich eine Miss Do-it-yourself auch fortbilden oder weiß sie schon alles?

Kerstin Weiser: Ich glaube, ein Heimwerker ist mit dem Lernen nie fertig. Es ist total wichtig, am Ball zu bleiben, sich auszutauschen und Neues zu probieren. Ich lerne total gerne dazu und bin immer wieder erstaunt, wie groß das Feld des Heim- und Handwerkens ist.

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