28-11-18


Holz hacken leicht gemacht – fünf Tricks vom Förster

Mit selbstgeschlagenen Scheiten wärmt das Kaminfeuer noch besser


Ein Hauklotz, ein Holzstapel, eine Axt: So lautet für Holzliebhaber und Ofenbesitzer die Formel zum Glück. Wer das Gefühl nicht kennt, wenn nach einem gezielten Hieb das Scheit zerbricht, sollte das schleunigst ändern. Worauf es dabei ankommt, erklärt Förster und Fiskars-Experte Jürgen Greißner. Denn Brennholz machen ist für ihn Muß und Muse. Und Kaminfeuer wärmt sowieso am besten.

 

Tipp 1: Die Wahl des Werkzeugs 


Wer Holz spalten möchte, braucht eine Spaltaxt. Für die optimale Spaltleistung ist jedoch die Länge  entscheidend. Um die passende Axt für sich selbst auszuwählen geht man so vor: Die Axt kurz unterhalb ihres Kopfes packen und mit ausgestrecktem Arm längs vor sich halten. Das Stielende sollte optimalerweise an der Schulter enden. 

Außerdem wichtig: das Kopfgewicht. Es sollte nur so schwer sein, dass sich die Axt aus dem Handgelenk heraus heben lässt. Für den Test den Arm mit der Axt sinken lassen, den Oberarm mit der anderen Hand etwas gegen den Körper drücken, damit er nicht „helfen“ kann. Dann die Axt versuchsweise aus dem Handgelenk anheben. Klappt das nicht, ist sie zu schwer!

Das beste Werkzeug ist also für jeden unterschiedlich. Wer viel Holz hackt, sollte sich deshalb eine dem Körper angepasste Spaltaxt leisten.

Gut zu wissen: Spaltäxte haben typischerweise größere, breitere Klingen, die an einer Keilform oder Wölbung erkennbar sind. Universaläxte haben eine leichtere und kleinere Klinge, die für das Bearbeiten von kleineren Stämmen optimiert ist.

Tipp 2: Erst gucken, dann spalten

Zugegeben, ordentlicher Wumms kann beim Holzspalten nicht schaden. Das heißt jedoch nicht, dass Kraftprotze zwangsläufig im Vorteil sind. Wer vor dem Spalten das Holz liest – das heißt genau anschaut und sortiert –, spart mitunter viel Energie. Häufig ziehen sich feine Risse durch das Holz. Diese gilt es zu erkennen, da sie die Bruchlinie vorgeben. Schlägt man treffsicher dort hinein, genügt manchmal schon ein Hieb und die Stammrolle bricht entzwei.

Tipp 3: Von außen arbeiten

Bei verwachsenen Holzstücken reicht ein Schlag meist nicht aus. Denn sie brechen selten glatt in zwei Hälften. Um sie trotzdem zu spalten, sollten Holzhacker von außen nach innen spalten. Das heißt: Hieb für Hieb schmale Scheite abschlagen, bis sich die Rolle nicht weiter zerkleinern lässt. Wenn dabei kleine Stücke herauskommen, ist das kein Problem. Denn die eignen sich bestens, um ein Feuer in Gang zu bringen.

Tipp: Auch besonders hartes Holz kann eine Herausforderung sein. Dafür gibt es als kleine Helfer Dreh-Spaltkeile.

Tipp 4: Sicherheit geht vor

Eine gute Spaltaxt ist ein unschlagbares Werkzeug - und gerade deswegen sehr scharf. Fehlschläge sollte man sich keine erlauben. Selbst erfahrene Waldarbeiter wissen: Beim Holzhacken kann immer etwas passieren. Deshalb ist Schutzkleidung ganzjährig Pflicht. Dazu gehören festes Schuhwerk (idealerweise mit Stahlkappen), Handschuhe und eine Schutzbrille. Denn sicher ist sicher!

Tipp 5: Brennwert nicht überschätzen

Eiche und Buche sind als Heizmaterial besonders gefragt. Der Grund: Sie besitzen unter den heimischen Hölzern den höchsten Brennwert, rund 2100 Kilowattstunden pro Raummeter. Im Vergleich dazu kommen Nadelhölzer wie Fichte oder Tanne auf lediglich 1500 Kilowattstunden. Den Brennwert sollte man aber nicht zu sehr überschätzen. Denn bei modernen Öfen macht die Wahl der Holzart nur einen geringen Unterschied in der Heizleistung. Hinzu kommt: Nadelhölzer sind im Vergleich zu anderen Holzarten meist günstiger.

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