18-01-19

Das richtige Gartenwerkzeug

Eine gute Basisausrüstung ist für Hobbygärtner wichtig


Wer sich zum ersten Mal um einen Garten kümmert, sieht sich im Baumarkt oder Gartencenter einer Unmenge an Geräten gegenüber. Unabhängig vom Gartenstil braucht jeder Gärtner eine Grundausstattung, die man später nach seinen persönlichen Erfahrungen und Bedürfnissen erweitern oder um komfortablere Modelle ergänzen kann. Wer etwa viele Meter Hecke hat, wird sich natürlich nicht lange mit Handheckenscheren zufrieden-geben, sondern Akku- oder Elektromodelle bevorzugen.


Das beetübergreifende Equipment

Schubkarre, Gießkanne und Gartenhandschuhe braucht eigentlich jeder Gärtner, egal, ob er nun überwiegend Rasen, Hecken oder viele Gemüsebeete hat. Auch wenn diese Geräte weder eine Mechanik noch komplizierte Bedienungsanleitungen haben, sollten sie dennoch stabil und solide verarbeitet sein. Gute Schubkarren halten ein Gärtnerleben lang, da machen sich durchaus hochwertige Modelle mit verzinkter Metallmulde und durchgehend verschweißtem Rahmen bezahlt. Gartenhandschuhe sollten vor allem gut sitzen und griffig sein, damit sie in jeder Lage ausreichend sicheren Halt bieten. Bei Gießkannen haben sich preiswerte Modelle aus Kunststoff bestens bewährt.  

Tipp: Vergessen Sie an heißen Sommertagen beim Gießen Ihrer Pflanzen den Komposthaufen nicht! Denn die für die Rotte verantwortlichen Mikroorganismen haben auch Durst.

Pflanzenschutzmittel gibt es mehr und mehr als anwendungsfertige Präparate (AF), die man gleich aus der Flasche spritzen kann und so keine Brühe anmischen muss. Für ein paar Einzelpflanzen oder kleine Flächen ist das völlig ausreichend. Wer dagegen viele Pflanzen oder ganze Beete behandeln will, kommt um eine Gartenspritze nicht herum, die es in unterschiedlichen Größen gibt. 

Bei Gartenschläuchen gibt es keine Unterschiede? Und ob. Denn sehr preiswerte Modelle haben kaum Festigungsgewebe – sie verknicken, verheddern und verdrehen sich, sodass man eher mit widerspenstigen Schlauchschlangen kämpft, als seinen Garten zu bewässern. Je wärmer es ist, desto schneller verknicken solche Schläuche. Markenprodukte lohnen sich!

Die schwerste Disziplin – der Boden

Umgraben, Pflanzlöcher ausheben oder Kompost schaufeln: Für ernsthafte Auseinandersetzungen mit dem Boden sind robuste Spezialisten mit stabilem Stiel gefragt. Bei Spaten und Grabegabeln reicht der Stiel idealerweise bis zum Ellenbogen, ist mit zwei Nieten sicher in einem Schaft vernietet und man sieht keinerlei Schweißnähte zwischen Spaten und Blatt. Ein zu kurzer Stiel zwingt den Gärtner in eine unbequeme Büßerhaltung und schon bloßes Umgraben wird zur Tortur. Bei Schaufeln ist der Stiel deutlich länger.

Tipp: Machen Sie vor dem Kauf im Gartencenter einige Trockenübungen: Müssen Sie den Oberkörper stark nach vorne beugen, ist der Stiel zu kurz und der Rücken bekommt es zu spüren.

Ohne einen Spaten geht im Garten nichts – und der muss nicht nur mit lehmiger oder steiniger Erde klarkommen, man hebelt mit ihm auch Steine, Pfosten oder schwere Pflanzen aus dem Boden. Eine kurzzeitig hohe Belastung, die schon manch ein Stiel nicht überlebt hat. Blatt und Schaftansatz sollten aus einem Stück geschmiedet sein, eine möglichst breite Fußraste schont die Füße und Schuhe. Ein scharfes Spatenblatt lässt einen Spaten leichter in die Erde gleiten und zerschneidet auch kleine Wurzeln mühelos. 

Grabegabeln sehen aus wie eine Kreuzung aus Spaten und Gabel und sind ideal für schwere oder steinige Böden, wo sich die Zinken viel leichter als ein Blatt in den Boden drücken lassen und auch keine zerteilten Regenwürmer zurücklassen. Grabegabeln hebeln aber ebenso gut Stauden, Gehölze oder Wurzelgemüse aus dem Boden. Auf Wurzelunkräuter wirken die Zinken wie ein Netz und filtern die lästigen Rhizome oft im Ganzen aus dem Boden – besonders gut geht das natürlich in leichten Böden. Bei Grabegabeln sollten Schaft und Zinken aus einem Stück gefertigt sein.

Tipp: Mit den langen, stabilen Zinken einer Grabegabel kann man nicht nur schwere Böden umgraben, sondern auch die Erde lockern oder den Rasen belüften – einfach einstechen und die Löcher mit Sand auffüllen. 

Schaufeln sind der Massenfrachter unter den Handgeräten. Sie sind Allrounder und eignen sich zum Verteilen von Kompost, Pflanzerde oder Kies, aber notfalls auch für leichte Grabearbeiten in leichten Böden. Es gibt Schaufeln mit geradem oder spitz zulaufendem Blatt, das besser für Kies geeignet ist. Die Aufgaben einer Schaufel kann notfalls ein Spaten übernehmen. 

Eine Handschaufel ist das perfekte Werkzeug für den Kübel- und Balkongarten, zum Füllen von Stecklings- und Pflanzgefäßen und zum Setzen von Stauden oder Sommerblumen. Die Geräte heißen auch Pflanzkelle. Dünnes Blech deutet auf schlechte Qualität hin und der Griff kann bei Belastung abbrechen. Das Schaufelblatt und der Griff sind idealerweise beide aus durchgehendem Metall. Ebenso stabil sind geschmiedete Handschaufeln mit Holzgriff. Modelle aus dünnem Blech verbiegen sich dagegen schnell oder brechen sogar ab.

Grubber sehen aus wie Minipflüge vom Bauern und werden auch Kultivator genannt: Sie sind die erste Wahl bei der Beetpflege und wühlen sich oberflächlich und damit wurzelschonend durch die Erde zwischen den Pflanzen. Mit gebogenen Zinken zerkrümeln sie dabei auch verkrusteten Boden und bekämpfen gleichzeitig Unkräuter – man lässt sie entweder auf der Bodenoberfläche vertrocknen oder zieht sie aus dem gelockerten Boden. 

Hacken lockern nicht nur den Boden, sondern werfen auch Unkräuter aus dem Beet. Zieh- und Bügelhacken schneiden diese mit ihren Klingen dicht unter der Erde ab und lassen sie auf dem Boden liegen. Mit Ziehhacken arbeitet man sich im Rückwärtsgehen durchs Beet, die Geräte eignen sich besonders für Staudenbeete und eng stehende Reihen in Gemüsebeeten.  

Tipp: Häufiges Grubbern oder Hacken spart auch Gießen, mindestens jedes zweite Mal. Denn die Klingen kappen haarfeine Röhrchen im Oberboden, die Wasser aus tieferen Bodenschichten nach oben leiten, wo es ungenutzt verdunstet.

Pflanzhacken gibt es mit kurzem oder langem Stiel. Die Geräte sind zwar recht unbekannt, man möchte sie aber schon bald nicht mehr missen. Mit ihrer langen, aber schmalen Klinge lässt sich so eine Hacke sehr gezielt führen und auch harter Lehmboden macht ihr keine Probleme.

Rechen, Harken und Laubbesen: Diese Geräte mit stabilen Zinken an einem Querbalken aus Holz oder Metall verteilen Pflanzerde oder Kompost und arbeiten sie oberflächlich in den Boden ein. Außerdem lockern Harken offenen Boden und helfen beim Einebnen von Saatbeeten und bei der Anlage von Rasenflächen. 

Laubbesen haben flexible Zinken und lange Stiele für eine höhere Reichweite. Die Geräte fegen Laub oder Rasenschnitt zusammen. Wer sie auf Terrassen oder Wegen einsetzen will, sollte ein Modell aus Kunststoff wählen – dann verursachen die Zinken kaum nervige Kratzgeräusche auf den Steinen. Ein Straßenbesen lässt sich auch problemlos zur Gartenarbeit heranziehen. Es macht nichts, wenn schon ein paar Borsten fehlen. Besen sind ideal, um bei der Rasenerneuerung einen Mix aus Grassamen, Blumenerde oder Sand zur Boden-verbesserung auf der Fläche zu verteilen. Das geht oftmals besser als mit einer Harke. 

Schneidige Typen mit scharfen Zähnen

Garten- oder Astscheren braucht man so oft wie kaum ein anderes Werkzeug. Sie müssen daher besonders gut in der Hand liegen und leichtgängig arbeiten, damit Finger und Hände nicht schon nach dem dritten Zweig schmerzen und man keine Lust mehr hat. Gartenscheren sind unverwüstlich, kosten aber auch meist mehr als 40 Euro. Sie schneiden Stauden, Rosen sowie Zweige mit bis zu zwei Zentimetern Durchmesser.

Für dickere Zweige brauchen Sie eine Astschere, am besten mit kraftsparender Getriebeübersetzung. Das sind wahre Großmäuler, die allerdings keine Sprüche klopfen, sondern sich ohne zu murren bis zu 5,5 Zentimeter dicke Zweige packen und sie mit einem Mal durchbeißen. 

Bis zu 15 Zentimeter dicke Äste sind ein Fall für Handsägen. Da die meisten Sägen auf Zug arbeiten, bleiben sie in feuchtem Holz nicht stecken und hinterlassen absolut saubere Schnitte.

Tipp: Teleskopscheren ermöglichen sichere Schnitte vom Boden aus. Drei bis vier Meter sind dabei kein Problem, danach lassen sich die Geräte nur noch mühsam führen.

Ob aus Buchs oder Buche: Wer eine Hecke hat oder plant, braucht eine Heckenschere. Sind die Hecken kürzer als sieben oder acht Meter und höchstens zwei Meter hoch, kommen Sie mit einer Handschere aus. Sonst erleichtern Akkuscheren die Arbeit, da sie leichter als Benzingeräte sind und ohne lästige Kabel auskommen, die man nur allzu schnell zerschneidet.

Kräftig zuschlagen 

Scharfe, schneidige Typen, die richtig ranklotzen – wer wünscht sich das nicht für die Gartenarbeit! Vor allem Holzhacken ist ein echtes Stück Arbeit. Wer Brennholz selbst macht, der weiß genau, dass dieses gleich dreimal wärmt: beim Sägen, beim Hacken und nachher im Ofen. Wobei es mit dem Hacken etwas abgeschwächt gilt, wenn Sie dafür einen Spalthammer oder eine etwas schmalere Spaltaxt nehmen. Ein Hackklotz hat die richtige Höhe, wenn der Axtstiel etwa parallel zum Boden ist, sobald die Klinge das Holzstück trifft. Ist der Klotz tiefer, treffen Spaltaxt oder –hammer nur mit der Spitze ins Holz und die Schlagenergie wirkt nicht mehr genau nach unten. 

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