10-06-20

Das Unterste zuoberst

Erde im Garten wird ab und zu auf den Kopf gestellt


Wer Rasen oder neue Beete anlegen will, muss es einfach tun: umgraben. Damit schafft man Platz für Neues, arbeitet Humus ein, lockert den Boden und bereitet ihn für die Saat oder Bepflanzung vor. Umgraben ist die schwerste Disziplin im Garten, lässt sich aber mit der richtigen Technik gut meistern.

Früher gehörte Umgraben zu den regelmäßigen Pflegearbeiten im Gemüsegarten – heute ist es scheinbar etwas aus der Mode gekommen. Oft zu Recht, denn es ist ein massiver Eingriff ins Bodengefüge und stellt das Leben nützlicher Bodenlebewesen buchstäblich auf den Kopf. Ob Regenwurm oder Bakterium, jedes Lebewesen richtet sich überwiegend in den obersten 35 Zentimetern des Bodens in den für sich passenden Erdschichten mit perfektem Wasser-, Sauerstoff- und Humusgehalt ein.

Die Bodenwelt steht buchstäblich Kopf

Nach einer Umgrabeaktion müssen sich die Bodenlebewesen neu orientieren – wenn sie nicht vorher wegen Wasser- oder Sauerstoffmangel eingehen. Daher lockert man den Boden zwischen Gemüsereihen oder nach der Ernte eigentlich nur mit einem Sauzahn, den man kreuz und quer in 15 cm Abstand durch die Erde zieht und die Brocken bei Bedarf mit dem Grubber zerkrümelt. So bleibt das Bodenleben aktiv. Nur bei zu Staunässe neigenden Lehmböden ist umgraben im Herbst sinnvoll, wobei gleich Humus in Form von Kompost eingearbeitet wird. Generell gilt: Je sandiger ein Boden, desto schädlicher das Umgraben.

Gemüsebeete mit Lehmböden sollten Sie im Herbst oder an warmen Wintertagen umgraben. Wichtig ist dabei, dass der Boden noch ordentlich Frost abbekommt, der die feuchten, groben Erdschollen bis zum Frühjahr wie von Zauberhand fein zerbröselt. Die Feuchtigkeit in der Erde wird zu Eis, dehnt sich aus und zerkrümelt die Lehmbrocken dabei von innen heraus. Arbeiten Sie dabei am besten gleich reifen Kompost ein, damit der Boden mit den Jahren immer belebter wird und seine Struktur behält.

Und so geht’s!

Möchten Sie bislang ungenutzte, bewachsene Flächen in Beete verwandeln oder daraus Rasen machen, kommen Sie ums Umgraben nicht herum. Nur so wird der Boden locker, vom Bewuchs befreit und bekommt eine feinkrümlige Struktur, in der Samen gut keimen können.

Schritt 1: Umriss markieren und Furche ziehen
Markieren Sie zunächst den Umriss der umzugrabenden Fläche mit einer Schnur oder stechen die Form bei kleineren Flächen mit dem Spaten in den Boden. Anschließend heben Sie an einer Stirnseite der Fläche eine spatentiefe Furche aus.

Die Erde aus der Furche brauchen Sie später noch. Sammeln Sie diese daher in der Schubkarre oder schütten sie bei größeren Flächen auf einen separaten Haufen. Die Furche bleibt erhalten und „wandert“ mit jeder weiteren Reihe über die Fläche. Erst ganz zum Schluss füllen Sie die Furche mit der Erde wieder auf.

Schritt 2: Bodenverbesserer einarbeiten
Falls Sie die Erde noch mit Kompost, Mist oder Sand verbessern wollen, füllen Sie die Furche jeder weiteren Reihe zu etwa einem Drittel mit diesen Materialien, bevor Sie die nächsten Erdschollen abstechen.

Schritt 3: Abstechen
Stechen Sie den Spaten gut eine Spatenbreite weit von der Furche in den unbearbeiteten Boden und nehmen die entstandene Erdscholle mit dem Spaten hoch.

Schritt 4: Erde wenden
Wenden Sie die Erdscholle mit einer schnellen Bewegung und lassen die Erde kopfüber auf die obere Kante des Grabens fallen. Ein Teil der Erde wird in die Furche kullern, der andere Teil bleibt oben liegen. Sammeln Sie Wurzelstücke, Steine und besonders Wurzelunkräuter gleich ab.

Schritt 5: Reihe um Reihe zurück
So gegen Sie Reihe für Reihe vor, bis Sie die komplette Fläche umgegraben haben. Da Sie „rückwärts“ arbeiten, brauchen Sie die frisch umgegrabene Fläche nicht zu betreten – Sie machen bei jeder weiteren Reihe einen Schritt nach hinten.

Schritt 6: Ebnen

Füllen Sie zum Schluss die Furche wieder auf und ebnen die Fläche mit einer Harke ein. Sammeln Sie dabei zum Vorschein kommende Steine und Wurzelunkräuter ab. Wenn die Erde trittfest sein muss, walzen Sie die Fläche vorher ab.


Mit verstärktem Unkrautaufkommen rechnen

Unkrautsamen können unter der Erde zwar nicht keimen, dort aber locker Jahrzehnte überdauern und keimfähig bleiben. Durchs Umgraben holt man sie unweigerlich ans Tageslicht, wo sie ohne zu zögern ihre Chance nutzen und keimen. Es ist daher normal, dass auf umgegrabenen, nicht sofort bepflanzten Flächen recht schnell Vogelmiere, Franzenkraut & Co. keimen. Lassen Sie die Unkräuter etwas wachsen und hacken oder grubbern sie dann ab.

Wenn Sie das Beet nicht sofort bepflanzen, decken Sie es mit einer Mulchschicht aus Laub, Rasenschnitt oder Mulchfolie ab. Das sieht vielleicht nicht so schön aus wie feinkrümeliger, nackter Boden, hält die Erde aber feucht und ist außerdem für das Bodenleben wie ein Sonnenschirm – die Mikroorganismen sollen ja möglichst schnell wieder Höchstleistungen erbringen.  

Wichtige Werkzeug zum Umgraben

Umgraben klingt nach Rückenschmerzen? Mit den richtigen Geräten nicht unbedingt. Daher sollte der Spaten auch eine scharfe Schneide haben, damit man ihn mit wenig Kraftaufwand in den Boden stechen kann. Der absolute Klassiker ist der Gärtnerspaten, der unbedingt eine stabile Verbindung zum Stiel haben sollte. Eine Grabegabel dringt mit ihren schmalen Zinken besser in schwere Lehmböden ein, für Sand ist sie dagegen ungeeignet. Ein sogenannter Damenspaten hat ein deutlich kleineres Blatt als ein Gärtnerspaten und bewegt weniger Boden. Das ist nicht so anstrengend. Übrigens nutzen auch echte Kerle gerne den zierlicheren Damenspaten – etwa zum Verpflanzen von Gehölzen, da der schmale Spaten Wurzeln viel leichter durchsticht.

Tipp: Der Spaten hat die optimale Länge, wenn er dem Gärtner senkrecht aufgestellt bei angelegtem Arm bis zum Ellenbogen reicht.

Produktinfo:
Erdbohrer QuikDrill, Xact Gärtnerspaten, Xact Schaufel, Xact Laubrechen, Ergonomic Grubber, alle Produkte von Fiskars

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