11-05-20

Die Fensterbank als grüne Kinderstube

Günstig und ergiebig: Mit Saatgut lassen Sie eigenes Gemüse und Blumen wachsen


Blumensamentütchen sind preiswerter als Jungpflanzen und ihr Inhalt reicht für viele, viele Balkonkästen und sogar ganze Beete. Auch die Sortenvielfalt von Sämereien übertrifft das der Jungpflanzen im Fachhandel bei Weitem. Da nimmt man doch gerne in Kauf, dass das Aussäen länger dauert. Ein dickes Plus: So wissen Sie ganz sicher, dass Ihr Gemüse wirklich bio ist!


Die Aussaat im Haus eignet sich besonders für frostempfindliche Balkon- und Sommerblumen. Robuste Gemüsearten wie Salat, Kohlrabi oder Erbsen säen Sie ab Mitte März oder Anfang April direkt ins Beet.

Das brauchen Sie:

•    Saatgut
•    Magere Anzucht- oder Kräutererde
•    ggf. etwas Vogelsand
•    Anzuchtschalen -oder Töpfe
•    Holzstück zum Abziehen und Festdrücken der Erde
•    Ballbrause, alternativ Wäschesprenger oder DIY-Tipp: eine kleine PET-Flasche nehmen und mit einer heißen Nadel Löcher in den Deckel stechen
•    Sieb
•    Abdeckhaube / Klarsichtfolie
•    Pikierstift oder alter Bleistift
•    ggf. Pappkarton und Alufolie
•    Salzstreuer

Die richtige Erde für Aussaaten

Säen Sie nur in spezielle Erde, die Sie als Aussaaterde oder Kräutererde bekommen. Aussaaterde ist mager, sodass sich die Sämlinge nicht gleich „vollfressen“ können. Der geringe Nährstoffgehalt der Erde zwingt die Pflänzchen zur Bildung vieler Wurzeln, damit sie ihren Nährstoffbedarf decken können. Wenn Sie die Jungpflanzen später in Balkonkästen, Kübel oder ins Beet setzen – alles Plätze mit nahrhafter Erde – können sie sofort richtig „zuschlagen“ und werden sich bestens entwickeln.

Wann wird ausgesät?

Das Startsignal geben die länger werdenden Tage Ende Februar oder Anfang März. So bekommen die Sämlinge genug Licht und werden nicht lang, dünn und damit krankheitsanfällig. Daher sollten Sie auch eine möglichst helle Fensterbank nach Süden oder Südosten auswählen. In beheizbaren Gewächshäusern oder Wintergärten ist es generell heller, hier können Sie schon Mitte Februar loslegen.
Denken Sie an die unterschiedlich langen Keimzeiten: Paprika und Chili etwa sollten Sie schon Anfang März säen, da sie sich viel Zeit lassen. Kapuzinerkresse oder Tomaten mit ihrer Keimdauer von 10 bis 14 Tagen können dagegen ruhig bis Anfang April warten.

Saatschalen oder Töpfe?

Große Samen, die sich gut greifen lassen, kommen einzeln oder zu zweit in kleine Töpfe. Tipp: Die kann man aus Zeitungspapier oder Klorollen auch selbst machen. Schalen bieten sich an, wenn man besonders viele Pflanzen einer Art möchte und das Saatgut nicht zu grobkörnig ist. Verteilen Sie es gleichmäßig in die Schalen und übersieben es dünn mit Erde. Dabei ist es egal, ob Sie in doppelter, drei- oder vierfacher Samenstärke übersieben, das kann man kaum dosieren. Man sollte die Samen nachher nicht mehr sehen.

Anders sieht es bei Lichtkeimern wie Löwenmäulchen und anderen Pflanzen mit oft sehr kleine Samen aus (s. Verpackungsaufdruck). Diese übersiebt man nur hauchdünn mit Sand und nicht mit Erde.

Tipp: Mischen Sie extrem kleines Saatgut wie das von Begonien mit Vogelsand und säen den Mix mit einem Teesieb aus – als würden Sie Waffeln überzuckern. Dann säen Sie auch gleichmäßiger.


So geht’s: In Schalen säen


Schritt 1: Schale mit Erde füllen

Ist die Schale nicht brandneu, sollten Sie Pflanzen- oder Erdreste abbürsten und die Schalen mit heißem Wasser säubern. Sonst machen sich schnell Schadpilze breit.

Füllen Sie dann die Schale zunächst etwa bis zur Hälfte mit Aussaaterde und drücken diese mit beiden Händen locker an, bevor Sie die Schale ganz füllen.
Streifen Sie überschüssige Erde ab und halten das Holzstück dafür im 45-Grad-Winkel. Das verdichtet die Erde, ohne sie dabei zusammenzupressen.

Schritt 2: Erde andrücken
Die Erde formen, sodass sich ihre Oberfläche zu den Rändern hin leicht neigt. Das sorgt für eine gute Wasserführung und verhindert Pfützen in der Mitte.    

Schritt 3: Saatgut vorbereiten

Saatgut befindet sich im Samentütchen oft noch zusätzlich in Keimschutzverpackungen. Schneiden Sie diese auf und füllen die Saat in das Tütchen um.

Reißen Sie das Samentütchen so auf, dass man die Saat auf der unteren Fläche sieht. Das erleichtert das Aussäen. Verteilen Sie die Samen durch lockeres Schütteln aus dem Handgelenk in der Schale.

Schritt 4: Aussäen
Sehr feines Saatgut mischen Sie mit Sand und verteilen es mit einem Salzstreuer. Größere Mengen mit einem Küchensieb.
Drücken Sie staubfeines Saatgut an, größeres übersieben Sie mit Sand oder Erde.

Schritt 5: Vorsichtig gießen
Wässern Sie die Saat nur mit einer feinen Brause, sonst spült das Wasser die Samen weg oder sie verschwinden in der Erde. Ideal ist eine Ballbrause aus dem Floristikbedarf.

Schritt 6: Abdecken
Eine Scheibe oder Klarsichtfolie hält die Erde bis zum Keimen feucht.

 

Aussaat in Töpfen


Schritt 1: Erde vorbereiten
Füllen Sie die Töpfe randvoll mit Aussaaterde und drücken diese leicht an. Bohren Sie dann mit einem Stift ein Loch in die Erde. Beim Herausnehmen drehen Sie den Stift, sonst reißt er zu viel Erde mit heraus.

Schritt 2: Aussäen
Nehmen Sie ein bis zwei Saatkörner zwischen Daumen und Zeigefinger und legen sie in das Loch. Drücken Sie das Loch wieder zu.

Schritt 3: Gießen
Wässern Sie die Töpfe.

Schritt 4: Abdecken
Etwas Folie oder eine Scheibe sorgen dafür, dass die Erde feucht bleibt. Ab und zu zum Lüften anheben.


Die richtige Keimtemperatur

Auf den Samenpackungen stehen die jeweiligen idealen Keimtemperaturen. Das sind Bodentemperaturen und lassen sich eigentlich nur im beheizbaren Zimmergewächshaus einhalten. Wer keins hat, stellt die Gefäße in einen Raum, der diesen Temperaturen am nächsten kommt.
Manche Pflanzen sind Kaltkeimer und brauchen zum Keimen wochenlang Kälte. Das ist ein eingebauter Schutz und verhindert, dass die Samen nicht schon an warmen Wintertagen keimen und die Sämlinge erfrieren. Um diese Sperre aufzuheben, kommt selbstgesammeltes Saatgut erst in den Kühlschrank. Gekauftes Saatgut sollte entsprechend vorbehandelt sein.


Tipp: Immer schön gerade bleiben

Bequem, aber mit einem gravierenden Nachteil: Bei Aussaaten auf der Fensterbank fällt das Licht einseitig ein und die Sämlinge recken sich dem Licht entgegen – sie werden schief. Stellen Sie die Saatschalen daher in einen Lichtkasten aus einem einseitig offenen Pappkarton mit aufgeklebter Alufolie, die so beleuchteten Sämlinge wachsen deutlich besser.

Schneiden Sie einfach eine Seite aus einem Pappkarton und bestreichen die übrigen mit Klebstoff.  Kleben Sie Alufolie auf. Fertig ist die Lichtbox, in die Sie das Aussaatgefäß ans Fenster stellen. Die Sämlinge wachsen dann schön aufrecht.

Sämlinge vereinzeln

Sobald sich die Sämlinge dicht an dicht drängeln und die ersten echten Laubblätter bekommen, wird es Zeit zum Pikieren: Packen Sie die Sämlinge vorsichtig am Schopf und heben Sie sie mit einem alten Stift oder einem Pikierholz aus dem Substrat und setzen sie in kleine Töpfe. Das nötige Pflanzloch bohren Sie mit dem Stab. Die Pflanzen kommen immer etwas tiefer in die Erde, als sie vorher standen, dann bilden sie zusätzliche Wurzeln und bleiben standhaft. Die frisch pikierten Pflanzen stellen Sie jetzt hell und warm im Haus auf. Erst wenn die Jungpflanzen angewachsen sind (etwa unten aus dem Topf Wurzeln sichtbar werden) dürfen sie nach draußen.

Jungpflanzen abhärten

Die Jungpflanzen sind nur das Zimmerlicht gewohnt und bekommen draußen sofort einen Sonnenbrand. Da es keine Pflanzen-Sonnenmilch gibt, stellen Sie die Bleichgesichter vor dem Auspflanzen erst einmal drei oder vier Tage lang an einen schattigen Platz. Erst danach dürfen sie an ihren endgültigen Platz in den Garten.

Downloads

Fotos & Grafiken
  • Foto: DIY Academy

  • Foto: DIY Academy

  • Foto: DIY Academy

  • Foto: DIY Academy

  • Foto: DIY Academy

  • Foto: DIY Academy

  • Foto: DIY Academy

  • Foto: DIY Academy

  • Foto: DIY Academy

  • Foto: DIY Academy

  • Foto: DIY Academy

  • Foto: DIY Academy

  • Foto: DIY Academy

  • Foto: DIY Academy

  • Foto: DIY Academy

  • Foto: DIY Academy

  • Foto: DIY Academy

  • Foto: DIY Academy

  • Foto: DIY Academy

Texte
  • pdf
    Die Fensterbank als grüne Kinderstube

Verwandte Pressemeldungen

13-05-20

Machen Sie mehr aus Ihren liebsten Pflanzen

Vermehren Sie Geranien, Fuchsien und Co. einfach selbst

Stecklinge sind die schnellste, kostengünstigste und einfachste Methode der Pflanzenvermehrung. Im Gegensatz zur Aussaat haben Sie mit... [mehr]

28-03-18

Frühe Ernte dank schlauem Beet

Der Natur immer einen Schritt voraus

Es ist ein kalter und wechselhafter Start für junges Gemüse im Garten. Aber mit einem Trick können Sie jetzt schon draußen aussäen: Ein... [mehr]

22-01-18

Wasserautomat für Sämlinge

Diese selbstgebaute Gießhilfe sorgt für sicheres Anwachsen

Aussäen und sich dann bis zum Pikieren oder Auspflanzen nicht mehr um die jungen Pflanzen kümmern: Mit dieser einfachen Konstruktion kein... [mehr]

Jedes Mal, wenn Sie uns verlinken oder erwähnen, machen Sie die Redaktion der DIY Academy glücklich.

Denken Sie bitte daran, dass der korrekte Bildnachweis genannt werden muss. Denn auch in Zukunft wollen wir unseren Service kostenfrei anbieten.

Ja, ich habe die Nutzungsbedingungen gelesen und bin einverstanden.
Zustimmen

Nutzungsbedingungen

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen für das Presseportal und die Bilddatenbank der DIY Academy.

Zu den Bedingungen

Presse-Newsletter

Sie möchten regelmäßig Informationen erhalten?

Dann abonnieren Sie jetzt unseren Presse-Newsletter!

Jetzt bestellen

Ihr Ansprechpartner

Mareike Hermann

Presse-Redaktion

+49 221 277 595-11

E-Mail schreiben

Katja Fischborn

Presse-Redaktion

+49 221 277 595-27

E-Mail schreiben

Unsere Experten

Sie suchen Experten für Interviews?

Wir vermitteln Ihnen die richtigen Ansprechpartner für TV- und Radiointerviews sowie als Tipp- und Ratgeber für Print- und Online-Artikel.

Unsere Experten