29-03-21

Einfach lasieren mit dem richtigen Werkzeug

Schützen Sie Ihr Holz – vor allem draußen


Ob Sonnenstrahlen oder Regenschauer – Holz muss draußen geschützt werden, damit Gartenhaus, Zaun oder Carport lange halten und natürlich gut aussehen. Eine Möglichkeit ist das Lasieren. Wir zeigen, wie Sie sich die Arbeit mit dem passenden Werkzeug erleichtern. 


Die Vorteile einer Lasur liegen auf der Hand: Sie schützt unbehandeltes Holz bei Sonne, Wind und Regen und vor Insekten, Bläuepilzen und anderen holzzerstörenden Pilzen. Ein schöner Nebeneffekt ist die Optik: Die Maserung des Holzes bleibt trotz der Farbpigmente sichtbar. Noch schneller geht es mit dem richtigen Werkzeug, denn ein Billigpinsel, der direkt die Hälfte seiner Haare verliert, macht wahrlich keinen Spaß. Angenehmer ist es da, wenn man den Pinsel nicht oft eintauchen muss, um einen gleichmäßigen Auftrag hinzubekommen. Es soll (auch über Kopf) nicht tropfen oder kleckern, der Pinsel gut in der Hand liegen. Um Unfälle zu vermeiden, ist das bequeme Arbeiten auch im Stehen und bestenfalls sogar ohne Leiter von Vorteil.

Bei Lasuren unterscheidet man zwischen Dünnschichtlasuren, die sich besonders leicht verarbeiten lassen und gleichmässig „abwittern“, sowie Dickschichtlasuren (sogenannten Lacklasuren), die einen Film mit höherer Schichtdicke bilden und so besonders gut gegen Wettereinflüsse schützen.

Die Dickschichtlasur 
Sie bildet mit ihren lackähnlichen Eigenschaften einen sicht- und fühlbaren Film auf der Holzoberfläche und weist eine längere UV-Beständigkeit auf. Das Holz kann dadurch über einen längeren Zeitraum hinweg keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen. So eignen sich Dickschichtlasuren besonders für Teile, bei denen es wichtig ist, dass diese auch nach dem Einbau ihr Maß beibehalten, wie z.B. Fenster und Türen. Der Nachteil von Dickschichtlasuren ist, dass diese im Laufe der Jahre spröde werden und abblättern.

Die Dünnschichtlasur
Im Gegensatz zur Dickschichtlasur weisen Dünnschicht- oder offenporige Lasuren einen geringeren Bindemittelgehalt auf. Auch ist die UV-Beständigkeit kürzer als bei Dickschichtlasuren. Dafür lässt sie sich leicht auf das Holz aufbringen und dringt während des Einziehprozesses tief in die Faserstruktur des Holzes ein. Dünnschichtlasuren blättern deshalb im Laufe der Zeit auch nicht ab. Ein Nachteil dieser Lasurart ist jedoch, dass das Holz auch weiterhin Feuchtigkeit aufnehmen kann und aufgrund dessen einem Verwitterungsprozess unterliegt. Dünnschichtlasuren eignen sich für besonders für Verkleidungen oder Zäune. Eine Nachbehandlung kann jederzeit und ohne größeren Aufwand erfolgen.

Wie oft sollten Sie lasieren?
Eine Richtlinie besagt: Eine Lasur sollte alle zwei Jahre erneut aufgetragen werden. Die Realität ist natürlich oft eine andere, aber tatsächlich ist der Standort etwa des Gartenhauses entscheidend. Wie viel Sonne, Wind und Regen bekommt es ab? Aus welchem Holz besteht es? Drohen Insekten- oder Pilzbefall oder sind ggf. sogar schon Schäden sichtbar?

Der beste Zeitpunkt: Sinnvoll ist es vor oder nach der Sommersaison. Grundsätzlich sollten Sie diese Aufgabe dann angehen, wenn es draußen über 10 Grad warm ist und es nicht regnet, aber bewölkt ist.

Das brauchen Sie:

  • Malerkrepp zum Abkleben
  • Lasurpinsel
  • Schleifvlies oder Schleifpapier mit verschiedenen Körnungen
  • Handschleifer, Teleskopschleifer oder Schleifklotz
  • Ggf. Staubschutzmaske und Schutzbrille
  • Abstauber + Staubbindetuch
  • Spachtel
  • Holzschutzgrund
  • Lasur
  • ggf. Farbwanne, Aufrührstab

Schritt 1: Reinigen 
Säubern Sie mit einem Staubbindetuch und einem Abstauber bzw. einer Staubbürste die Holzoberfläche von Staub und anderem Dreck. Sie muss sauber, trocken, frei von Fetten und Spinnweben sein.

Schritt 2: Alte Farbreste entfernen
Im besten Fall wissen Sie, mit was für einer Lasur Sie oder der Vorbesitzer beim vorherigen Anstrich gearbeitet haben: Bei dickschichtiger Lasur sollten Sie die alte Beschichtung komplett abschleifen oder abbeizen, bei dünnschichtiger Lasur reicht es, wenn Sie die Schicht bei einem groben Untergrund mit Schleifvlies, bei glattem Untergrund mit Schleifpapier anschleifen. Dies funktioniert unter anderem mit einem Handschleifer mit einem ergonomischen Kugelgriff. So lässt sich optimal Kraft übertragen und der Schleifer führen. Schnellspanner sorgen für eine sichere Fixierung und einen leichten Wechsel des Schleifpapiers.

Für größere Flächen kann auch ein Teleskopschleifer mit einem entsprechenden Verlängerungsstab verwendet werden. 

Mit welcher Körnung Sie arbeiten, hängt natürlich vom Untergrund und der verwendeten Lasur ab, aber empfohlen wird zunächst eine grobe Körnung (80), dann arbeiten Sie mit 120er und später 240er Schleifpapier weiter. Je feiner und glatter Sie schleifen, umso schöner das spätere Ergebnis!

Danach die Oberfläche unbedingt gründlich von Staub befreien!

Schritt 3: Ausbessern
Hat das Holz Schaden genommen, gibt es Löcher oder Fehlstellen, sollten Sie diese prüfen und ggf. ausbessern. Dazu wird die Stelle zunächst mit feiner Körnung abgeschliffen und dann Holzkitt oder ein Reparaturspachtel für außen (gibt’s teilweise im Farbton des jeweiligen Holzes) sorgfältig eingearbeitet. Mit dem Spachtel glätten und abziehen. Nach dem Trocknen die Stelle erneut abschleifen und glätten.

Schritt 4: Abkleben
Kleben Sie Stellen, die nicht gestrichen werden sollen (z.B. Fenster), mit Malerkrepp ab. Das gleiche gilt für evtl. Farb-Separierungen (z.B. im Schwedenhaus-Stil). Legen Sie den Boden mit Folie aus. 

Schritt 5: Grundieren, Zwischenschliff und reinigen
Nadelhölzer im Außenbereich sollten grundsätzlich mit einem Holzschutz-Grund (Bläueschutz) imprägniert werden. Dieser enthält einen wirksamen Schutz gegen Fäulnis, Bläue und Pilzbefall. Ein Voranstrich mit Holz-Isoliergrund verhindert diese unschönen Flecken.Daneben ist entscheidend, mit was für einem Produkt Sie arbeiten: einer Dünnschicht- oder Dickschichtlasur. Bei einem Erstanstrich sollten Sie immer eine Grundierung verwenden, bei einem Folgeanstrich ist dies nur bei Dickschichtlasuren nötig (hier schleifen Sie den Altanstrich ja auch zuvor wieder herunter).

Die Grundierung können Sie bspw. mit einer Deckenbürste oder einem Flächenstreicher einarbeiten, die Lasur sollten Sie mit anderem Pinsel auftragen!

Bei einer neuen Dickschichtlasur tragen Sie die Grundierung nicht zu üppig, aber gleichmäßig auf. Die Grundierung sorgt für einen optimalen Schutz, da das abgeschliffene Holz sehr aufnahmefähig für Flüssigkeiten ist. Diese Saugfähigkeit wird dem Holz mit der Grundierung wieder genommen, sodass die eigentliche Lasur wirklich auf der Oberfläche verbleiben kann. Da die erste und die zweite Lasurschicht nicht optimal miteinander verbunden wären, wenn einfach über die Grundierung gestrichen wird, wird die Oberfläche nach dem Trocknen mit einem Zwischenschliff (mit feinem Schleifpapier bei glatten, mit Schleifvlies bei groben Untergründen) leicht angeraut. So werden auch die durch die Lasur aufgestellten Holzfasern wieder geglättet. Dann ist die Oberfläche bereit, eine weitere Farbschicht aufzunehmen.

Anschließend wird die Oberfläche gesäubert und vom Schleifstaub befreit. 

Schritt 6: Lasieren
Nun kann die Lasur aufgetragen werden. Wichtig: Sowohl bei dünnschichtigen als auch bei dickschichtigen Lasuren erfolgt das Lasieren immer mit der Holzmaserung! Sonst drohen hässliche Streifen.

Je nach Holzbeschaffenheit sollten Sie dieser Schritt mehrfach wiederholen, bis das Ergebnis zufriedenstellend ist. Wichtig: Die einzelnen Schichten gut durchtrocknen lassen! 

Tipp: Streichen Sie Fenster- und Türrahmen besonders sorgfältig, denn in diesen Bereichen verzieht sich das Holz gerne.

Schon gewusst?
Was ist besser, Natur- oder Kunststoffborsten? Das kann man so pauschal gar nicht mehr sagen. Wegen ihrer Quellfähigkeit sollte man Naturborsten eher nicht zur Verarbeitung von wasserverdünnbaren Lasuren verwenden. Gut geeignet sind sie dagegen für lösungsmittelhaltige Produkte. Kunststoffborsten werden synthetisch nach dem Vorbild der Natur hergestellt. Sie sind robust und lösemittelbeständig, eignen sich aber auch gut zur Verarbeitung von wasserverdünnbaren und auf Wasserbasis hergestellten Lacken, Lasuren und Holzschutzmitteln. 

Es gibt spezielle Lasurpinsel mit einem „Farbtank“. Die Borsten sind zweistufig aufgebaut: Außen eine Kunststoffborsten-Mischung, innen Naturborsten. Diese können die Lasur oder auch Öle besser halten, so müssen Sie nicht so oft den Pinsel eintauchen. Die Kunststoffborsten verstreichen die Lasur optimal.

Auch beim Arbeiten über Kopf tropft es kaum noch. Praktisch ist es, wenn der Griff auch mit einer Telekopstange verbunden werden kann – wenn es mal höher hinaus geht. Bei großen Flächen wie Terrassen, Gartenhäusern oder Flächenzäunen lohnt sich ein Flächenstreicher. Sie können aber auch eine Walze verwenden, um Lasur auf Holzoberflächen aufzubringen. Hochwertiger Microfaserplüsch ist dazu in der Lage, das 2,5-fache des eigenen Volumens an Flüssigkeit aufzunehmen, sodass Sie lange durchstreichen können. Das spart Zeit. 


Produktinfo:

  • Malerkrepp Goldband, Lasurpinsel WoodStar, Handschleifer SandMaster, Abstauber, Spachtel FlexMaster alles von Color Expert

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