13-05-20

Machen Sie mehr aus Ihren liebsten Pflanzen

Vermehren Sie Geranien, Fuchsien und Co. einfach selbst


Stecklinge sind die schnellste, kostengünstigste und einfachste Methode der Pflanzenvermehrung. Im Gegensatz zur Aussaat haben Sie mit Ablegern bereits nach wenigen Wochen schöne große Pflanzen.

 

Wer seine Lieblingspflanzen vermehren will, aber den Zeitaufwand beim Säen scheut, geht einfach mit Stecklingen in Serienproduktion. Man schneidet eine Triebspitze oder ein Mittelstück vom Trieb ab und steckt ihn in Erde oder bei robusten Pflanzen auch in ein Wasserglas. Stecklinge übernehmen als Klone sämtliche Eigenschaften der Mutterpflanzen, mit neuen Farben oder Formen ist also nicht zu rechnen. 

Der perfekte Zeitpunkt

Die beste Zeit für Stecklinge ist von Mai bis August, wenn die frischen Austriebe lang genug und ausgereift sind. Hortensien und sommergrüne Gehölze schneiden Sie ab Mai, immergrüne erst im August. Der Schnittzeitpunkt bestimmt den Erfolg maßgeblich – die Stecklinge müssen feste, aber elastische Stängel haben. Sind die Triebe noch zu weich, faulen sie. Biegt sich ein Steckling nach unten, wenn man ihn mit dem Daumen hochhält, ist er untauglich. Beginnen sie schon, sich zu verholzen, bewurzeln die Triebe nur mühsam. 

Welche Pflanzen eignen sich zur Vermehrung?

Stecklinge lassen sich prinzipiell von allen Pflanzen schneiden, haben sich aber vor allem bei Zimmer- und Kübelpflanzen wie Fuchsien, Oleander, Geranien (Pelargonium), Imaptiens oder Bleiwurz bewährt. Immer einen Versuch wert ist es auch bei Gehölzen wie Hortensien, Schneeball, Deutzien sowie Lavendel, Salbei oder Thymian. 

Nadelgehölze, Magnolien und Zaubernüsse bewurzeln dagegen gar nicht oder höchstens sporadisch. Stauden vermehren Sie viel schneller durch Teilung, außerdem sind deren Triebe oft so weich, dass Stecklinge meist faulen. Sie kennen den Unterschied zwischen Strauch und Staude nicht? Ein Strauch hat über der Erde verholzte Teile (z. B. Hortensie, Flieder), während eine Staude weiche Stängel hat, die im Laufe des Jahres - spätestens beim ersten Frost, verkümmern (z. B. Funkien, Pfingstrosen). Unterirdisch lebt die Pflanze weiter und treibt im kommenden Jahr üppiger wieder aus. 

Tipp: Wenn eine Pflanze nach dem Rückschnitt schnell wieder neue Triebe bildet, ist sie tendenziell auch für die Anzucht von Stecklingen eignet.

 

Das brauchen Sie: 

  • scharfes Messer, Gartenschere
  • Anzucht- oder Kräutererde (alternativ Wassergläser)
  • Anzuchttöpfe und Abdeckhaube oder Folie
  • Pikierstift oder alter Bleistift
  • Ballbrause, alternativ Wäschesprenger oder eine kleine PET-Flasche

Schritt 1: Stecklinge schneiden

Von den verschiedenen Methoden haben sich im Hobbygarten eigentlich nur Kopfstecklinge und Triebstecklinge bewährt. Kopfstecklinge bestehen aus der Triebspitze, Triebstecklinge aus einem Mittelstück eines Triebes. In der Regel schneidet man je nach Pflanzenart 5 bis 10 cm lange Triebspitzen ab (bei Gehölzen sind auch 15 cm lange Stecklinge möglich, bei Bodendeckerstauden kürzere). Schneiden Sie Stecklinge bei härteren Trieben wie Bleiwurz mit einer Gartenschere, bei weichen Trieben mit einer Haushaltsschere oder einem Stecklingsmesser, notfalls mit einem Küchenmesser. Wichtig: Die Schneide sollte scharf sein!Suchen Sie sich nur gesunde Triebe aus und schneiden diese immer etwas unterhalb eines Blattknotens oder einer Knospe (Nodium) ab. In diesem Bereich enthält der Trieb viele Wuchsstoffe und teilungsfähiges Gewebe – beides ist für die Wurzelbildung entscheidend. Der Steckling sollte mindestens einen Triebabschnitt zwischen zwei Nodien haben, das sogenannte Internodium.

Schritt 2: Stecklinge vorbereiten

Mögliche Blüten oder Knospen sowie alle Blätter, die später in der Erde oder unter Wasser sein würden, kommen ab. Ansonsten droht Fäulnis. 

Schritt 3: Wasserverbrauch reduzieren

Kürzen Sie bei großen Blättern die Blattfläche um gut zwei Drittel. Die Stecklinge verdunsten sonst zu viel Wasser und können vertrocknen.

Schritt 4: Stecklinge eintopfen

Stecklinge bewurzeln in Wasser oder kleinen Töpfen mit Anzuchterde, alternativ in Kräutererde. Lässt man sie gleich in Erde wachsen, lassen sich die Jungpflanzen später leichter eintopfen, da die Wurzeln bereits einen festen Ballen gebildet haben. 

In Wasser bewurzelte Stecklinge haben brüchigere Wurzeln. Dafür braucht diese Methode weniger Platz und kommt ohne Plastikhaube über dem Gefäß aus, die bei Erdstecklingen eine hohe Luftfeuchte garantiert.

Am besten bohren Sie mit einem Stift ein Loch in die Erde, dann lassen sich die Stecklinge leichter stecken. Sie können auch mehrere Stecklinge in einen Topf setzen, das ergibt buschigere Pflanzen.

Schritt 5: Wässern

Gießen Sie die Stecklinge vorsichtig an. 

Schritt 6: Abdecken

Für eine hohe Luftfeuchte stülpen Sie eine Glashaube, ein großes Einmachglas oder eine selbstgebastelte Folienhaube mit Schaschlikspießen als „Gerüst“ über die Stecklinge. Die Blätter dürfen die Haube nicht berühren. Lüften Sie ab und zu, damit nichts schimmelt. 

Sobald die Stecklinge neue Blätter bilden, sind sie bewurzelt und die Haube kann entfernt werden. Bevor Sie die Pflanzen an ihren endgültigen Standort setzen, sollten sie aber für einige Tage an einem schattigen Platz im Garten abhärten. 

Trick: Stecklinge im Teich bewurzeln

Statt sich mit Töpfen, Erde und Stecklingspflege abzugeben, können Sie Stecklinge auch im Teich oder in der Regentonne bewurzeln lassen: Einfach durch eine kleine Styroporplatte stecken und treiben lassen. Wenn Sie die Platte optisch etwas verschönern, fällt sie auch gar nicht so auf! 

So wird kein Platz auf der Fensterbank benötigt und Sie müssen sich bis zum Bewurzeln nicht mehr um die Stecklinge kümmern – in warmen Sommern ist das nach drei bis vier Wochen der Fall. Bei kühlem Wetter kann es allerdings länger dauern. Im schlimmsten Fall verfaulen die Stecklinge. 

Um die bewurzelten Stecklinge aus dem Styropor zu lösen, zerbrechen Sie die Platte einfach und pflanzen sie anschließend in Töpfe mit Erde. 

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