18-02-21

Mit einem Klick zum neuen Boden

Laminat und Vinyl selbst verlegen


Buche, Eiche, Ahorn und Kirsche – was auf den ersten Blick wie echtes Holz aussieht, ist auf den zweiten oft Laminat oder Vinyl. Die beliebte Holzoptik wirkt natürlich und verleiht Räumen ein gemütliches Aussehen. Durch das einfache Klicksystem und mit dem richtigen Werkzeug ist das Verlegen ein Kinderspiel.

 


Laminat:
Ein Belag für jeden Raum
Robust, preisgünstig, pflegeleicht und einfach zu verlegen: Diese Eigenschaften sprechen für Laminatböden. Deshalb eignen sie sich auch nahezu für jeden Raum, selbst die Auswahl an Oberflächendekoren ist riesig. Achten Sie aber neben Optik auch auf Qualität. Billige Varianten für 5 €/qm sind wenig strapazierfähig und sehen schon nach kurzer Zeit „abgerockt“ aus. Wie belastbar ein Belag ist, lässt sich auf Anhieb nicht erkennen. Sie können aber anhand der Dicke des Laminats beurteilen, ob es sich um ein hochwertiges oder Billig-Produkt handelt. Eine Panele sollte mindestens sechs, besser acht Millimeter stark sein. Zudem können Sie sich an den Nutzungsklassen orientieren. Je höher die angegebene Zahl, desto robuster und belastbarer der Boden. Dabei sind die Dekorschichten so hochwertig und aufwendig hergestellt, dass der Unterschied zwischen künstlicher Holzoptik und echter Holzoberfläche nur schwer zu erkennen sind.

Welcher Laminatboden für welchen Raum?

Nutzungsklasse 21: Der Laminatboden sollte nur sehr gering, bzw. nur zeitweise beansprucht werden. Gut einsetzbar in Schlaf- und Gästezimmern und privaten Arbeitszimmern.
Nutzungsklasse 22:
 Sinnvoll für Räume, die zwar regelmäßig genutzt, aber normal beansprucht werden, wie zum Beispiel Wohn- und Esszimmer.
Nutzungsklasse 23:
 In stark beanspruchten Bereichen wie Treppen, Fluren und Küchen sollte Laminatboden dieser Klasse verlegt werden.

Durch das Klicksystem kann der Laminatboden einfach und ohne Leim ruckzuck verlegt werden. Diese Verlegeart ermöglicht auch eine leichte Entfernung und problemlose Verlegung in einen anderen Raum. Theoretisch kann er sogar bei einem Umzug in die neue Wohnung mitgenommen werden. Ein Minuspunkt ist die Feuchteempfindlichkeit und der relativ laute Trittschall. Deshalb sollten Sie unter Laminatböden eine gute Trittschalldämmung einplanen, falls sie nicht schon integriert ist, damit sich der Schall nicht auf andere Räume überträgt und das gute Verhältnis mit Ihren Nachbarn weiter bestehen bleibt. Achten Sie dabei darauf, dass sich die ausgerollten Bahnen der Trittschalldämmung nicht überlappen und fixieren Sie die Stoßfugen mit Klebeband.

Vinyl: Die moderne Alternative

Vinyldielen haben seit einigen Jahren den privaten Wohnbereich erobert. Entweder bestehen die elastischen Böden komplett aus dem barfußfreundlichen, robusten und langlebigen Vinylstoff, oder sie sind ähnlich wie beim Laminat aufgebaut: Dann ist eine Vinylschicht auf einer Trägerplatte, meist auf HDF (hochdichte Faserplatte) oder MDF (mitteldichte Faserplatte) aufgebracht. Vinyldielen werden ebenfalls schwimmend verlegt und können jederzeit, zum Beispiel bei Schäden, ausgetauscht werden. Neben dem flachen Aufbau, dem warmen Gehkomfort und der vielseitigen Auswahl an Oberflächen zeichnen sich die Dielen durch eine sehr gute Trittschalldämmung aus. Durch das flexible Material sind sogar täuschend echte Nachbildungen von 3-D-Effekten von Holz- und Steinoberflächen möglich. So lässt sich sogar ein Fliesenboden imitieren.

Statt mit einer Trägerplatte gibt es Vinyl auch aus Vollmaterial. Als selbstklebende Variante mit nur zwei Millimeter Stärke sind Vollvinylböden in Räumen bei Renovierungen einsetzbar, wo nur ein geringer Bodenaufbau möglich ist. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn sich Türen nicht so leicht kürzen oder austauschen lassen. Dafür muss der Untergrund aber komplett glatt und eben sein. Jede Unebenheit oder zum Beispiel Fliesenfugen würden sich durch die dünne Schicht durchdrücken.Der größte Vorteil einer Vollvinyl-Diele liegt in der Wasserbeständigkeit, denn anders als Holz quillt Vinyl bei Kontakt mit Wasser nicht auf und kann deshalb problemlos in Bad und Küche verlegt werden.

Der Untergrund
Bevor Sie mit dem Verlegen der Dielen beginnen können, kontrollieren Sie den Untergrund. Teppich ist ungeeignet und sollte rückstandslos entfernt werden. Auch wenn es grundsätzlich möglich ist, Laminat auf Laminat zu verlegen, sollten Sie davon absehen. Das Entfernen des alten Laminatbodens bedeutet zwar zusätzliche Arbeit, doch dieser Schritt ist es wert, wenn Sie sich langfristig an Ihrem neuen Laminatboden erfreuen möchten. Laminat auf einen Fliesenboden zu verlegen ist nur sinnvoll, wenn der Fliesenboden eben, rissfrei und keine kaputten Fliesen aufweist.

Wird der Boden direkt auf Estrich gelegt, müssen Sie eine spezielle PE-Folie als Dampfbremse auslegen. Unebenheiten mit mehr als drei bis vier Millimeter können Sie mit einer selbstverlaufenden Spachtelmasse ausgleichen.

Eine Trittschalldämmung ist unerlässlich, um einen hohen Schallschutz zu erzielen. Achten Sie bei der Auswahl auf vorhandene Gegebenheiten wie leichte Unebenheiten oder eine Fußbodenheizung.


Die Verlegerichtung
Bei der Verlegung der Dielen sollte ein Mindestabstand von 10 mm zur Wand eingeplant werden, damit sich das Material bei Temperatur- und Luftfeuchteschwankungen ausdehnen kann. Bei der Verlegerichtung orientieren Sie sich nach der Hauptlichtquelle des Raumes. Bei mehreren Fenstern „gewinnt“ jenes, welches das meiste Licht in den Raum lässt. Folgt die Verlegerichtung dem Licht, fallen die Fugen weniger auf. Auch können Sie die Raumwirkung positiv beeinflussen. Ein schmaler Raum wirkt größer, wenn die Dielen entlang der kurzen Raumseite verlegt werden.



Böden verlegen Schritt für Schritt:

Schritt 1: Erste Dielenreihe auslegen
Haben Sie die Trittschalldämmung ausgelegt, können Sie die ersten Dielen an der Wand auslegen. Sind hier schon Wandvorsprünge oder sonstige Wandunebenheiten sichtbar, sollten Sie diese mit einem Winkel oder Konturenlehre auf das Dielenbrett übertragen und anschließend mit einer Stichsäge aussägen. Planen Sie dabei die benötigte Dehnungsfuge von zehn Millimetern zwischen Dielenbrett und Wände ein. 

Wenn Sie das letzte Brett der ersten Reihe einpassen, legen Sie dafür ein Dielenbrett mit der Feder gegen die Feder der schon ausgelegten Dielenreihe. Zur Wand hin lassen Sie ebenfalls zehn Millimeter, die Dehnungsfuge, Platz. Anschließend die Schnittfuge anzeichnen und mit dem Laminatschneider ablängen. Fügen Sie das abgetrennte Brett in die Nut der Dielenreihe ein und beginnen Sie die nächste Reihe mit dem Reststück des Dielenbretts. Achten Sie aber darauf, dass der Versatz der Stoßfugen von einer Reihe zur nächsten mindestens 40 Zentimeter beträgt. Ist dies nicht der Fall, kürzen Sie das Reststück, bis dieser Versatz erreicht ist. 
Der Versatz dient nicht nur einer besseren Optik, er macht das Laminat auch stabiler.  

Schritt 2: Dielen fixieren und weitermachen
Ist die erste Dielenreihe verlegt, sorgen Sie mit Keilen zur Wand und an den Enden der ersten Dielenreihe dafür, dass die Dehnungsfuge eingehalten wird. Denken Sie daran, auch auf jede Stoßfuge Keile zu setzen.Es gibt viele unterschiedliche Klicksysteme. Hier muss zuerst die gesamte nächste Dielenreihe an den Enden zusammengeklickt werden, bevor sie in die vorige Reihe eingeschwenkt werden kann. Je nach Größe des Raumes und damit Länge der Dielenreihe sollten Sie sich einen Helfer suchen. Zu zweit geht das Zusammenfügen der Reihen deutlich leichter.

Schritt 3: Restlichen Boden verlegen
Kommen Sie beim Verlegen der Dielen ans Ende des Trittschalls, rollen Sie einfach die nächste Bahn aus. Fixieren Sie dabei die Stoßfugen mit Klebeband, damit sich die Bahnen beim Verlegen nicht übereinander-schieben. Dazu reicht "normales" Paketklebeband völlig aus.
Nach diesem Prinzip verlegen Sie nach und nach die Dielen, bis der neue Boden fast fertig ist.

Schritt 4: Türzargen und Ausgleichsprofile 
Im Türbereich entsteht oft beim Verlegen eines neuen Bodens zum Nachbarraum ein Höhenunterschied von der Laminatdicke plus Trittschalldämmung. Diese Stolperfalle lässt sich mit einem Ausgleichsprofil beseitigen. Montieren Sie dazu das untere Teil des Profils mit Hilfe der Montagehilfe direkt auf dem Estrich. Das sogenannte Trägerprofil kann geklebt oder mit Dübel und Schrauben befestigt werden. Anschließend verlegen Sie die Trittschalldämmung bis zum Befestigungsschenkel des Profils. Um den richtigen Dehnfugenabstand zu erhalten, clipsen Sie dann die grüne Montagehilfe auf das Trägerprofil und verlegen dann entsprechend den Boden. Ist der Boden fertig verlegt, entfernen Sie die Montagehilfen und schrauben oder montieren das passend zugesägte Ausgleichsprofil auf das Trägerprofil.

Auch bei Räumen über acht Metern Länge bzw. Breite muss eine Dehnungsfuge eingeplant werden. Hier gibt es spezielle Übergangsprofile aus Metall oder passend zum Boden in der entsprechenden Holzart, die eingesetzt werden können.

Im Türbereich sieht es schöner aus, wenn das Laminat, bzw. Vinyl unter den Türzargen verlegt wird. Dafür muss die Türzarge entsprechend der Dielenstärke gekürzt werden. Dazu legen Sie ein Reststück vor die Türzarge. Mit einer Feinsäge mit einem gebogenen Handgriff sägen Sie die Türzarge durch. Achten Sie dabei darauf, dass das Sägeblatt auf dem Dielenbrett aufliegt. Zum Schluss evtl. noch ein wenig mit dem Stechbeitel nacharbeiten.

Schritt 5: Letzte Dielenreihe einpassen 
Die letzte Dielenreihe sollte unter Berücksichtigung der zehn Millimeter breiten Dehnungsfuge nicht schmaler als fünf Zentimeter sein. Legen Sie das Dielenbrett vor die Wand, messen ca. alle 30 Zentimeter den Abstand aus und übertragen diesen auf das Dielenbrett. Anschließend Messpunkte verbinden und zusägen. Viel einfacher geht es mit einem Laminateinpasser. Dieser berücksichtigt die Dehnungsfuge und überträgt den Wandverlauf eins zu eins auf das Dielenbrett. Nach dem Zuschneiden setzen Sie das letzte Brett ein und fügen es mit dem Zugeisen oder Hammerzugeisen zusammen.

Schritt 6: Fußleisten montieren
Ist der Boden fertig verlegt, sind die Fußleisten dran. Da die Raumecken aber selten exakt 90° betragen, ist es kniffelig, den richtigen Winkel zu ermitteln. Mit einer kombinierten Schmiege- und Schneidlade lassen sich alle Raumecken von 85° bis 180° ausmessen und zuschneiden. Dazu die Schmiege in die Raumecke legen, bis beide Schenkel fest an der Wand anliegen und anschließend arretieren. Dann die Fußleisten jeweils in die linke und rechte Führungsfläche der Schmiege- und Schneidlade legen und mit einer Hand- oder Japansäge zusägen. Statt zu nageln befestigen Sie die Fußleisten einfach mit Kleber.Tipp: Montieren Sie Fußleisten mit integriertem Kabelkanal oder fräsen Sie selbst Schlitze in die Fußleisten, um Telefon-, Satelliten- oder Lautsprecherkabel verschwinden zu lassen.

 

Produktinfo:

  • Universalkeile, Profischlagholz, Hammerzugeisen, Laminatschneider, Konturenlehre, Schmiege- und Schneidlade, Japansäge und Laminateinpasser von Wolfcraft
  • Boden- und Raumausstattungs-Profile clipstech von alfer

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