07-10-14

Neues Leben für alte Stühle

Wackelige und quietschende Holzstühle reparieren


Alte Möbelstücke, die aufgearbeitet oder umgestaltet wurden, sind die Highlights in modern eingerichteten Wohnungen. Der Upcycling-Trend hat sich längst durchgesetzt und findet immer mehr Fans. Wer die alten Flohmarktfunde nicht nur ansehen, sondern auch benutzen möchte, sollte vor allem wackelige Stühle mit lockeren Beinen und quietschenden Lehnen reparieren.

Alte Möbel erleben momentan eine Renaissance im modernen Wohnraum – Erbstücke oder Flohmarktfunde stehen im reizvollen Kontrast zu dem sonst so cleanen Einrichtungsstil. Leider geht die Zeit auch an alten Möbelstücken nicht spurlos vorüber: Holzstühle werden im Laufe der Jahre häufig instabil. An den Verbindungsstücken schwinden Leim und Holz, die Rückenlehne löst sich aus der Fassung und die Stuhlbeine ächzen unter jeder Bewegung. Da genügt es nur in den seltensten Fällen, durch häufigen Gebrauch entstandene Spalten und Risse zwischen den Verbindungen mit Spachtelmasse aufzufüllen oder mit Leim zu verkleben. Denn meist sind Dübelverbindungen oder Zapfen verschlissen. Der Stuhl sollte deshalb besser ganz demontiert und dann neu zusammengesetzt werden. Sitzen die Verbindungen ohnehin schon locker, ist nichts leichter als das.

Stühle mit ein paar Handgriffen fit machen

Stuhlteile, die noch etwas fester miteinander verbunden sind, werden dazu vorsichtig mit einem Hammer auseinander geklopft. Legen Sie dabei immer einen kleinen Holzblock unter, um die Oberfläche zu schonen. Leim, der beim Zusammenstecken der Stuhlteile herausquellt, einfach mit einem feuchten Tuch abwischen. Gröbere getrocknete Leimreste können mit einem Stechbeitel vorsichtig entfernt werden. Kleine Rückstände lassen sich auch mit Schleifpapier beseitigen.

Vorgeleimte Dübel

Alte Dübel werden dann am besten durch passende Holz- und Flachdübel aus dem Baumarkt ersetzt. Sehr praktisch: Moderne vorgeleimte Dübel kommen dabei sogar ohne zusätzlichen Leim aus. Kurz ins Wasser getaucht, entfalten sie beim Zusammenpressen der Möbelteile ihren Halt. So vermeidet man das Herausquellen überschüssigen Leims.

Zwingen helfen beim Verleimen

Stuhlteile, die unter keiner großen Belastung stehen, können verleimt werden. Spann- und Spreizzwingen helfen dabei, besser an Spalten und Lücken zu gelangen und anschließend die Teile nach dem Aufbringen des Leims wieder zusammenzupressen. Diese Zwingen sind leicht zu bedienen und ersetzen für viele kleine Reparaturen im  Haushalt eine dritte Hand.

Zapfenlöcher und größere Spalten und Risse im Holz müssen mit einem Reparaturspachtel bearbeitet werden. Auch hier gilt: Weniger ist manchmal mehr. Überschüssiges Material muss hinterher nur wieder entfernt werden. Danach heißt es geduldig sein. Lassen Sie den Stuhl 24 Stunden ruhen und in der Zwinge eingespannt, bis die Spachtelmasse oder der Leim getrocknet sind. Danach ist das gute Stück wieder wie neu und voll einsatzfähig.

Aber Achtung, auch versierte Heimwerker sollten bedenken: Die Reparatur wertvoller antiker Möbelstücke überlässt man lieber dem Fachmann. Er kümmert sich um eine schonende Restaurierung.
 


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