18-04-20

Obstbäume richtig schneiden

Erziehen, verjüngen, erhalten: Schaffen Sie beste Bedingungen für saftige Ernten


Wir alle müssen ab und zu zum Friseur – auch die Pflanzen in unserem Garten! Ziersträucher und Rosen, um die Blüte zu fördern, Immergrüne wie zum Beispiel Buchsbäume bringt man mit regelmäßigem Schnitt "in Form", Obstgehölze werden geschnitten, um den Fruchtertrag zu steigern.


Und jetzt einfach drauflosschnippeln? Bloß nicht! Mit einer möglichst fachmännisch ausgeführten Pflege wird die Baumgesundheit gefördert und ein langes Baumleben begünstigt. Deshalb sind gut gepflegte Obstbäume eine wichtige Voraussetzung für reiche Ernten. Wichtig ist dabei der richtige Zeitpunkt!

Bitte nicht nur Spitzen schneiden!

Im Gegensatz zum Haareschneiden geht es beim Pflanzenrückschnitt nicht vorrangig um die Längenregulierung, sondern um die Beeinflussung des Wuchsverhaltens. Grundsätzlich wachsen Pflanzen in die Höhe - zum Licht - wobei in der Regel die oberste Triebspitze durch pflanzeneigene Mechanismen gefördert wird.
Wenn nun der Mitteltrieb im Wind bricht, von einem Tier abgefressen oder abgeschnitten wird, werden sogenannte "schlafende Augen", das sind seitliche Knospen, zum Austrieb angeregt und die oberste übernimmt wieder die Führungsrolle.



Wann soll ich Bäume und Sträucher im Garten schneiden?

Um Bäume und Gehölze richtig schneiden zu können, muss man wissen, welches Wuchs- und Blühverhalten eine Pflanze hat. Zum Beispiel werden Ziersträucher wie Winterjasmin, Forsythie oder Osterschneeball, die im Frühjahr blühen, erst nach der Blüte geschnitten, Sommerblüher dagegen am besten im Frühjahr vor der Blüte. Einige Gehölze werden oft und stark, andere dagegen nur sehr zurückhaltend geschnitten. Denn: Große Schnittwunden bieten Schädlingen und Krankheiten eine Angriffsfläche.

Beim Obstbaum lautet die Grundregel: Formschnitt im Winter, Wachstumsschnitt im Sommer. Wer eine reiche Ernte möchte, schneidet im späten Frühjahr oder Sommer. Das bremst die Wuchskraft des Baumes und fördert den Blütenansatz. So werden die Obstkisten im Herbst voll.

Bei Apfel- und Birnbäumen sollten Hobbygärtner beispielsweise im Juni zur Schere greifen und Langtriebe auslichten (Erziehungsschnitt). Und weil nach der Ernte vor der Ernte ist, folgt im Spätwinter erneut der Erziehungsschnitt. Denn nur ein Baum, der in Form bleibt, sorgt auch im Folgejahr wieder für reichlich Obst. Nur bei Frost gilt: Finger weg von der Schere!


Beherzt schneiden

Jeder Schnitt ist eine Wunde. Doch mit der richtigen Schnitttechnik heilt sie rasch. Beim Kürzen von Ästen gilt: auf Knospen achten, die nach außen wachsen – also nicht in Richtung des Hauptstamms. Sie markieren die richtige Stelle. Ist diese gefunden, den Ast einfach rund fünf Millimeter oberhalb der Knospe schräg abschneiden. So kann der Trieb dem Licht entgegenwachsen.

Grundsätzlich sollten Schnittflächen so klein wie möglich gehalten werden. Die Zweige von ein- bis zweijährigen Bäumen werden leicht schräg und mit der Schere kurz über einer Blattknospe abgeschnitten. So vermeiden Sie Beschädigungen der Knospe. Wenn Sie zu viel vom Zweig stehen lassen, neigt er dazu, zu vertrocknen.

Auch bei älteren Bäumen ist das richtige Kürzen der Äste das Wichtigste. Mehrjährige Äste und Zweige haben an ihrer Basis eine kleine Wulst aus teilungsfähigem Gewebe, den Astring. Damit beim Absägen der Äste die Rinde nicht einreißt, wird als erstes der Ast von unten zu einem Drittel angeschnitten. Anschließend sägt man ihn von oben durch. Wenn so das Gewicht von dem zu entfernenden Ast genommen ist, wird im Anschluss sauber "auf Astring" abgesetzt. Die Astringe sorgen für eine schnelle Wundheilung und bilden neues Abschlussgewebe. Wenn nötig, glättet man die Wundränder mit einem scharfen Messer und verschließt die Fläche mit Baumwachs oder einem Wundverschluss.

Wenn Sie zu wenig absägen und sogenannte „Kleiderhaken“ entstehen, verheilen solche Schnittwunden nicht richtig und können später von Pilzen befallen werden.

Die wichtigsten Schnittarten


Pflanzschnitt

Doch schon an dem Tag, an dem der Baum in die Erde gesetzt wird, sollten Sie ein gutes Schneidewerkzeug parat haben. Es sei denn, die Baumschule hat vorgearbeitet - beim Kauf also bitte absprechen! So kann sich der Baum rascher verzweigen und Fruchtholz ausbilden.
 
Schritt 1: Drei Leittriebe auswählen, die der Stammverlängerung (Mitteltrieb) in einem Winkel zwischen 45° und 90° entspringen.

Schritt 2: Starke Leittriebe um die Hälfte, schwache um ein Drittel einkürzen. Wichtig ist es dabei, auf die Saftwaage zu achten. Das heißt: Die Leittriebe werden auf die gleiche Höhe eingekürzt. Übrig bleibt eine Art mehrarmiger Leuchter, bestehend aus den Leittrieben und dem Mitteltrieb.

Schritt 3: Steile Triebe abspreizen, flache ggf. anbinden.

Schritt 4: Den Mitteltrieb ebenfalls kürzen. Er sollte etwa 10 Zentimeter länger als die Leittriebe sein.

Erziehungsschnitt

Mit dem Erziehungsschnitt bringen Sie die Pflanze in Form und legen die Endform der Baumkrone fest. Beginnen Sie damit, wenn die Blätter des jungen Baumes voll ausgebildet sind. Entfernen Sie unerwünschte Verzweigungen sowie krankes und totes Holz, damit die Krone mit Sonne und Sauerstoff besser durchflutet wird. Schneiden Sie nur über den Knospen des Zweiges beziehungsweise bei Seitenästen an der Basis zum nächststärkeren Ast.

Dieser Schnitt ist in den ersten 6 bis 8 Jahren jährlich angesagt. Der beste Zeitpunkt ist im Spätwinter an einem frostfreien Tag. Schneiden Sie die Seitenleittriebe um ein Viertel ihrer Länge zurück. Alle steil oder nach innen wachsenden Zweige werden entfernt. Der Haupttrieb wird so gekürzt, dass er die Seitentriebe immer noch um ca. 10 bis 15 cm überragt.
 
Schritt 1: Parallel zu den Leittrieben wachsende, sich kreuzende und nach innen wachsende Triebe entfernen.

Schritt 2: Leittriebe der Krone wieder in eine Saftwaage bringen (siehe Pflanzschnitt)

Erhaltungsschnitt

Beim Erhaltungsschnitt, der nach etwa zehn Jahren ansteht, ist der Name Programm: Was muss weg? Triebe, die sich nach innen verzweigen, die zu dicht stehen, sich berühren oder Triebe, die senkrecht in die Höhe schießen – auch Wasserschosser genannt. Durch diesen Schnitt werden ältere, etablierte Gehölze gesundgehalten. Zweige und Äste werden entfernt, um die voll ausgebildete Krone eines Gehölzes licht- und luftdurchlässig zu halten.

Das Auslichten der Baumkrone fördert das Reifen der Früchte. Dazu benötigen die Früchte nicht nur Wärme, sondern auch Licht. Die Sonnenstrahlen aktivieren Farbpigmente in den Früchten, die sich dadurch färben. Zusätzlich können Sie jetzt noch für leichte Formkorrekturen der Baumkrone sorgen.
 
Schritt 1:
Tief hängende Triebe entfernen und solche, die gen Boden wachsen.

Schritt 2: Außerdem Triebe entfernen, die parallel wachsen, in die Höhe schießen (Wasserschosser) oder sich überkreuzen.

Schritt 3: Zuletzt abgestorbene Triebe entfernen.

Verjüngungsschnitt

Lässt die Ernte des Baumes mit der Zeit nach, steht der Verjüngungsschnitt an. Heißt: Säge oder Astschere ansetzen, Leittriebe radikal einkürzen und Triebe, die sich gegenseitig behindern oder abgestorben sind, entfernen. Auch hier geht es wieder darum, für genug Lichteinfall zu sorgen. So treibt der in die Jahre gekommene Baum wieder aus und bildet junges Fruchtholz.

Das richtige Werkzeug

Saubere Schnittstellen schließen sich schneller. Voraussetzung ist eine scharfe Klinge. Für frische Triebe, Zweige oder dünnen Äste eignet sich eine Gartenschere mit Rollgriff besonders gut, da der Getriebemechanismus die Schnittleistung erhöht. Ihr Vorteil: Die Hand ermüdet beim Schneiden weniger.

Wer sich abmüht, hat das falsche Werkzeug: Äste bis circa fünf Zentimeter Durchmesser durchtrennt eine Getriebeastschere mühelos. Wo die Astschere an ihre Grenzen stößt, kommt die Handsäge zum Einsatz. Damit sind auch starke Äste bis zwölf Zentimeter Dicke ruckzuck ab. Und für alles, was außer Reichweite liegt, gibt’s Schneidgiraffen und Teleskopstangen. Diese lassen sich mit verschieden Aufsätzen erweitern.


Produktinfos:
•    PowerGear X Rollgriff-Gartenschere PX94
•    PowerGear X Amboss-Getriebeastschere LX99-L
•    SmartFit Teleskop-Astschere L86
•    PowerGear X Teleskop-Schneidgiraffe UPX86

Downloads

Fotos & Grafiken
  • Foto: Fiskars

  • Foto: Fiskars

  • Foto: Fiskars

  • Foto: Fiskars

  • Foto: Fiskars

  • Foto: Fiskars

Texte
  • pdf
    Obstbäume richtig schneiden

Verwandte Pressemeldungen

26-01-18

Hecken richtig pflegen und schneiden

Häufige Fehler im Umgang mit Heckenschere und Co.

Meist dient eine Hecke als Sichtschutz nach außen. Sie sollte deshalb möglichst dicht und hoch wachsen. Damit das gelingt, brauchen Hecken... [mehr]

17-01-18

Rosen schneiden, wenn die Forsythie blüht

Warum Hobbygärtner ihren Garten immer im Auge behalten sollten

Zu Beginn des neuen Jahres lockt es bei milden Temperaturen alle Gärtner in den Fingern: Kann ich nicht schon draußen was machen? Oder... [mehr]

12-02-13

Der Lenz ist da

Tipps zur Gartenvorbereitung im Frühjahr

Sobald die Tage länger werden und die Nachtfröste nachlassen, beginnt endlich das neue Gartenjahr. Wer bereits im Februar mit den ersten... [mehr]

Jedes Mal, wenn Sie uns verlinken oder erwähnen, machen Sie die Redaktion der DIY Academy glücklich.

Denken Sie bitte daran, dass der korrekte Bildnachweis genannt werden muss. Denn auch in Zukunft wollen wir unseren Service kostenfrei anbieten.

Ja, ich habe die Nutzungsbedingungen gelesen und bin einverstanden.
Zustimmen

Nutzungsbedingungen

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen für das Presseportal und die Bilddatenbank der DIY Academy.

Zu den Bedingungen

Presse-Newsletter

Sie möchten regelmäßig Informationen erhalten?

Dann abonnieren Sie jetzt unseren Presse-Newsletter!

Jetzt bestellen

Ihr Ansprechpartner

Mareike Hermann

Presse-Redaktion

+49 221 277 595-11

E-Mail schreiben

Katja Fischborn

Presse-Redaktion

+49 221 277 595-27

E-Mail schreiben

Unsere Experten

Sie suchen Experten für Interviews?

Wir vermitteln Ihnen die richtigen Ansprechpartner für TV- und Radiointerviews sowie als Tipp- und Ratgeber für Print- und Online-Artikel.

Unsere Experten