08-08-19

Parkett renovieren? Am besten mit zwei rechten Händen!

Kleinere Schäden können Sie mit ein paar Tricks ausbessern


Ein schöner Holzboden ist ein echter Schmuck für ein Zuhause. Doch im Lauf der Jahre leidet das Parkett unter der Beanspruchung: Schuhe, schwere Möbel, heruntergefallene Gegenstände oder Flecken lassen den Wunsch nach einer Renovierung aufkommen. Aber sollten Sie das als Heimwerker riskieren oder lieber den Fachmann ranlassen?
    


Hat Ihr Parkett ein „Zeugnis“?

Ein in die Jahre gekommenes Parkett aufzupolieren ist kein kleines Heimwerkerprojekt. „Aber als Trainer sage ich, man kann es schaffen“, erklärt DIY Academy-Trainer Michael Pommer. Eine gute Vorbereitung eines solch aufwendigen Projekts ist das A und O – damit nachher nicht doch ein ganz neuer Boden verlegt werden muss…

Eine wichtige Frage: Wissen Sie, wie oft Ihr Parkett schon renoviert wurde? Wenn nicht, versuchen Sie es rauszukriegen, rät Pommer. „Wenn der Boden schon einmal geschliffen wurde, dann sollte es ein Laie nicht noch einmal machen.“ Denn vermutlich würde der zu viel Material wegnehmen – wir reden über Millimeter – bis am Ende der Kleber durchscheint. Dann ist der Boden nicht mehr zu retten. Ein Fachmann hingegen könne kontrollierter arbeiten. Fazit: Sind Sie sich unsicher, holen Sie sich einen Profi. „Auch große Wasserflecken, Risse im Holz oder Abplatzungen bekommt man meist nicht selbst entfernt“, sagt Pommer.

Tipp: Es gibt Ultraschallgeräte, die die Dicke von Material messen können. Die kann man ausleihen, wenn auch nicht unbedingt im Baumarkt.

Die Ausstattung

Sie sind motiviert, weiterzumachen? Dann sollten Sie wissen, was zu Ihrer Grundausstattung gehört: „Besorgen Sie sich einen Hammer und einen Stechbeitel oder Meißel. Denn zuerst müssen die Fußleisten entfernt werden“, empfiehlt Michael Pommer. Dann geht es an die großen Maschinen.

Grundsätzlich müssen Sie einen Grob-, Mittel- und Feinschliff vornehmen. Dafür brauchen Sie eine Band- oder Parkettschleifmaschine (sieht ein bisschen aus wie ein Rasenmäher) und eine Ein-Scheiben-Tellerschleifmaschine. Für die Ränder und Ecken ist zusätzlich ein Rand- und Kanten- oder Seitenschleifer (Handgerät mit zwei Griffen) notwendig. Dazu noch Zubehör wie Schleifpapier in verschiedenen Körnungen. „Diese Geräte kann man sich im Baumarkt ausleihen und wird hier auch beraten, welches Schleifpapier gebraucht wird“, erklärt der DIY-Trainer. Außerdem rät er dringend zu einer Staubschutztür, denn das Abschleifen macht viel Dreck, der sich ansonsten in der ganzen Wohnung verteilt. Pommer empfiehlt zusätzlich einen besonders feinen HEPA-Filter. Atemschutzmaske und Schutzbrille sind ebenfalls obligatorisch. Fürs Saubermachen zwischen den Schleifgängen brauchen Sie einen guten (Werkstatt)Sauger.

Leihen Sie die Werkzeuge nicht zu optimistisch kurz aus. „Fangen Sie Freitag mit der Arbeit an – und laden Sie nicht die Schwiegermutter schon für sonntags zum Essen ein!“, warnt Pommer. Die vielen Arbeitsschritte und Trocknungsphasen brauchen Zeit.

Hilfreiche Tipps für Selbermacher

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung gibt es hier jetzt nicht. Aber prinzipiell wird der Boden zunächst diagonal im 45-Grad-Winkel geschliffen. Zumindest so weit, wie es die Raumgröße zulässt. Dabei muss die schwere Maschine ruhig und gleichmäßig geführt werden und sollte während des Schleifens immer in Bewegung bleiben. Abrupte Richtungswechsel sind nicht drin. Ein bisschen ist es wie beim Vertikutieren – nur regeneriert sich ein Parkettboden leider nicht von alleine…
 
Wenn Sie aber zwei rechte Hände haben und alles geklappt hat, Sie nach dem Feinschliff allerdings feststellen, dass noch nicht alle Macken weg sind, hat Michael Pommer einen Trick parat: „Heben Sie die Hälfte des anfallenden Staubs vom letzten Schliff auf und mischen Sie diesen mit dem Versiegelungslack zu einem flüssigen Brei. Den spachteln Sie dann über die komplette Fläche und lassen alles gut trocknen. Danach folgt nochmals ein Feinschliff.“ Zum Schluss wird mit einer speziellen Rolle der wasserbasierte Lack aufgetragen.

Die Entscheidung, ob Lack, Wachs oder Öl als Endversiegelung in Frage kommt, ist meist schon beim ersten Verlegen des Bodens gefallen. Wurde nämlich das Parkett erstmal vom Profi lackiert, dringt der Lack so tief ein, dass auch nach dem Schleifen nur eine neue Lackschicht sinnvoll ist.

Tipp: Die Lackierrolle an einem Stiel befestigen, sodass Sie im Stehen arbeiten können. Das schont nicht nur den Rücken, sondern bewirkt auch, dass Sie besser kontrollieren können, wo Sie schon gearbeitet haben. Wenn Sie nicht lackieren, sondern wachsen oder ölen: Wegen der Brandgefahr durch die austretenden Lösungsmittel sollten Sie die dafür verwendeten Materialien, Lappen etc. nicht zerknüllt in den Mülleimer werfen, sondern zunächst draußen am besten auf einem festen Boden (Stein, Beton) trocknen zu lassen.

Ist die Bodenarbeit beendet, können die Fußleisten wieder angebracht werden. Die nagelt oder schraubt man heutzutage nicht mehr, denn oft sind Leitungen auf dieser Höhe der Wand verlegt. Die Leisten können einfach mit Montagekleber befestigt werden, der sich bei der nächsten Renovierung auch wieder ablösen lässt.

Die richtige Pflege macht‘s
 
Einen Holzboden sollten Sie am besten saugen oder staubwischen. Wenn Sie mit Wasser reinigen wollen, dann nur nebelfeucht und mit einer auf die Versiegelung abgestimmten Pflege. Möbelfüße sollten Sie mit Filzgleitern o.Ä. ausstatten, um Kratzer und Druckstellen möglichst zu vermeiden. Auf- und abhüpfen mit Pfennigabsätzen sollten Sie natürlich ebenfalls nicht. Ist es doch mal passiert, gibt es ein paar Tricks, die Sie anwenden können – zum Beispiel mit einem Bügeleisen. Damit und mit einem feuchten Tuch können Sie kleine Dellen und Druckstellen behandeln, wenn diese nicht zu tief sind. Durch die Feuchtigkeit quellen die Holzfasern leicht auf. Das warme Bügeleisen entzieht sie dem Holz wieder. Diese Schritte wiederholen Sie so lange, bis die Delle nicht mehr zu sehen ist. Das funktioniert natürlich auch bei Holzmöbeln!

Stumpfe Stellen im Parkett können Sie versuchsweise mit einem Mikrofasertuch auspolieren, sollte das nicht ausreichen, vorher etwas Zahnpasta (ohne Wasser) verreiben (nicht eintrocknen lassen). Wenn auch das nicht hilft, im Baumarkt Schleifpapier mit 1000er Körnung besorgen. Als Schleifklotz am besten einen Putzschwamm verwenden, dann drücken Sie nicht zu stark auf. Die matten Stellen vorsichtig schleifen und hinterher Klarlack bzw. klaren Nagellack auftragen.

 

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