29-06-20

Sauber verkleidet

Mit Vorwandinstallationen sind Rohre für Toilette und Waschbecken schnell versteckt


Wände aufzustemmen macht Dreck, dauert lange und ist teuer. Doch Leitungen und Rohre im Bad können Sie bei einem Neubau oder einer Renovierung hinter einer sogenannten Vorwand verbergen. So kommen Sie bei Bedarf auch einfacher dran, wenn etwas kaputt sein sollte.

 

Wollen Sie ein modernes Bad gestalten, sind Vorwandinstallationen nicht mehr wegzudenken. Wasserleitungen werden dabei vor der Wand verlegt, verschwinden aber hinter einem Metallständerwerk, das an der Wand und im Boden montiert und abschließend verkleidet wird. Hinter den Wänden aus Gipskarton haben die Rohranschlüsse für Toilette, Waschbecken und Co. ausreichend Platz. Bei Bedarf verhindert eine zusätzliche Dämmung mit z.B. Mineralfaser die Schallübertragung etwa von Leitungswassergeräuschen in den benachbarten Raum. Und bei nachträglichen Reparaturen müssen Sie nur die Gipsplatten entfernen statt Fliesen abzuklopfen.

Ein weiterer Vorteil der Vorwandsysteme besteht darin, dass Sie Waschbecken, WC, Bidet, Badewanne und Dusche unabhängig von bestehenden Anschlüssen positionieren können – ob an der Wand, in der Ecke oder als Raumtrenner in der Mitte. Spülkästen verschwinden ebenfalls und es entstehen gleichzeitig praktische Ablageflächen. Damit dies alles auch der üblichen Feuchtigkeit im Badezimmer standhält, müssen Sie natürlich geeignete Materialien wählen!

Das brauchen Sie: 

  • CW/UW-Profile
  • Gipskartonplatten (z.B. Diamant von Knauf)
  • Dichtband
  • Schnellbauschrauben mit passendem Aufsatz
  • Drehstiftdübel
  • Tiefengrund
  • Spachtelmasse für Feuchträume
  • Akkubohrschrauber, passende Bohrer
  • Lochsäge
  • Blechschere
  • Profilverbindungszange/Crimpzange
  • Hammer
  • Cutter
  • Spachtel
  • Eimer zum Anrühren
  • Wasserwaage
  • Staubsauger
  • Zollstock, Bleistift

Schritt 1: Konstruktion markieren
Markieren Sie für die gesamte Installation die gewünschte Wandhöhe (auch raumhoch ist natürlich möglich) und den Abstand am Boden. Dieser sollte maximal 50 cm von der Wand betragen.

Schritt 2: Profile vorbereiten
Wo kein Vorwandmodul für ein Badelement aufgebaut wird, errichten Sie das Ständerwerk. Bereiten Sie die Metallprofile passend vor. Schneiden Sie die Profile mit der Blechschere auf die gewünschte Länge. Auf der Unterseite der UW-Profile (für den Boden) wird zudem Dichtband verklebt.

Tipp: Erst die beiden Seiten des U-förmigen Blechs durchschneiden, dann den Boden.

Schritt 3: Ständerwerk befestigen
Dann werden die Rahmenprofile am Boden entlang der Markierung befestigt. An mindestens drei Punkten mit maximal einem Meter Abstand mit Hilfe der Drehstiftdübel verschrauben. Bohrstaub gründlich absaugen.

Nach den Bodenprofilen werden hier zunächst die Vorwandmodule für Toilette und Waschbecken montiert. Jeweils seitlich davon werden die etwas stabileren (und teureren) UA-Aussteifungsprofile mit Türpfostensteckwinkeln gesetzt. Diese müssen ebenfalls verschraubt werden.

Nun können Sie die senkrechten CW-Ständerprofile und UD-Wandanschlussprofile anpassen und an der Wand befestigen. Auch hier an mindestens drei Punkten im Untergrund befestigen, Dübel in max. einem Meter Abstand setzen. Bei den CW-Profilen den notwendigen Achsabstand von 62,5 cm beachten, da die Platten hier quer angebracht werden.

Die Profile werden dann miteinander verpresst. 

Schritt 4: Wände beplanken
Installationswände im Bad müssen mit imprägnierten Gipsplatten mit einer Mindeststärke von 12,5 mm beplankt werden. Wollen Sie diese noch verfliesen, müssen Sie die doppelte Plattenstärke – aber versetzt zur ersten Lage – anbringen, damit die Wand stabil bzw. verwindungsfrei ist!

Bei einer einlagige Beplankung benötigen Sie 25-mm-Schnellbauschrauben, bei zwei Lagen 35-mm-Schnellbauschrauben. Der maximale Schraubenabstand beträgt 25 cm. Schrauben Sie aber nicht zu nah am Rand, damit nichts ausreißt.

Es dürfen beim Beplanken keine Kreuzfugen entstehen. Das heißt, die Stirnkanten müssen einen Versatz von mehr als 40 cm haben. Für optimale Fugen werden die Gipsplatten mit HRK-Kanten (halbrunde Kante) direkt, d.h. ohne Zwischenraum, aneinandergesetzt.

Auch die obere Abdeckung wird aus den Gipsplatten zugeschnitten und verschraubt. Dabei darauf achten, dass sich die Schrauben nicht in die Quere kommen! Schraubenköpfe zudem leicht senken.

Schritt 5: Ausschnitte
Eckige Ausschnitte sollten Sie möglichst vor dem Verschrauben der Platten mit der Stichsäge machen. Auch Löcher sollten Sie bestenfalls vor der Montage, sonst auch nachher mit einer passenden Lochsäge schneiden.

Schritt 6: Verfugen
Wichtig: Jede geschnittene bzw. nicht kartonummantelte Kante muss vor dem Verspachteln z.B. mit dem Cuttermesser angefast, dann geglättet und entstaubt werden. Anschließend mit Tiefengrund grundieren, um ein Einfallen der Spachtelmasse zu verhindern.

Kanten an beanspruchten Flächen und in Bereichen, die Bewegungen ausgesetzt sind, müssen Sie mit einem Fugendeckstreifen verspachteln, um spätere Risse zu vermeiden.

Immer nur soviel Spachtel anmischen, wie in der Verarbeitungszeit auch verbraucht werden kann. 

Beim ersten Spachtelgang die Fugen füllen, die Schraublöcher ebenfalls verspachteln. Danach die Spachtelmasse von oben nach unten scharf abziehen. Nach einer Stunde grob abstoßen und dabei Grate entfernen. Ggf. ist nach dem Durchtrocknen ein zweiter Spachtelgang notwendig.

Schritt 7: Nacharbeiten
Falls erforderlich die gespachtelte Fuge nach dem Trocknen abschleifen und anschließend den Staub entfernen. Ist noch etwas locker, ggf. die Schraube nochmals freilegen und nachziehen. 

Tipp: Es gibt Spachtel mit einem Schraubendreher am anderen Ende des Griffs – praktisch!

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