17-03-20

Sozialer Wohnungsbau für Wildbienen

So unterstützen Sie Insekten im heimischen Garten


Nisthilfen werden von Wildbienen gerne angenommen und bringen Großen und Kleinen die Natur näher. Als Wohnungen dienen in Holz gebohrte Löcher. Damit aber auch wirklich Insekten einziehen, sind sowohl Durchmesser als auch Tiefe und sogar die Lage im Holz entscheidend. 

 

Wohnungssuche ist auch bei nützlichen Wildbienen ein Problem. Denn die nicht stechenden Einzelgänger – daher auch Solitärbienen genannt – sind bei ihrer Wohnungswahl hoch spezialisiert und nisten je nach Art in alten Käferbohrlöchern in Totholz, hohlen Stängeln oder anderen schmalen Höhlen. Die gibt es in der Natur oder im Garten aber kaum noch, weshalb künstliche Nisthöhlen gerne bezogen werden. 

Wildbienen sind aber keinesfalls schnöde Hausbesetzer, sondern zahlen sogar Miete, indem sie Pflanzen im Garten bestäuben. Und dabei sind sie richtig gut. Honigbienen sind zwar sprichwörtlich fleißig wie die Bienen, aber ihre wilden Verwandten übertreffen ihre Leistung bei Weitem. Dafür haben Wildbienen allerdings gewisse Ansprüche an ihre Immobilien, auf die Sie als „Architekt“ und „Makler“ achten sollten. Der Erfolg von Kiefernzapfen, Schneckenhäusern und anderen Materialien ist meist gering, weshalb wir uns auf die Röhren für Wildbienen beschränken. Auch Stroh bringt Wildbienen und anderen nützlichen Insekten nichts. Es ziehen höchstens Ohrenkneifer ein. Ebenfalls Nützlinge, die sich aber auch über die Wildbienenbrut hermachen – als direkte Nachbarn also keine gute Wahl.

Mehrere Kinderzimmer für den Wildbienennachwuchs

Ein Insekten- oder besser Wildbienenhotel dient als Nistplatz und Kinderstube. Die Weibchen legen ihre Eier in den Röhren ab und platzieren außerdem Nahrung für die später schlüpfenden Larven. Eine Röhre wird mehrfach belegt; die Weibchen bauen mehrere Kinderzimmer hintereinander und mauern den Eingang schließlich von außen zu. Daran erkennt man auch, das eine Röhre benutzt wird. Ziegel bzw. Lochsteine werden übrigens nie direkt besiedelt, auch wenn man oft solche Steine in Insektenhotels sieht. Das ist reine Deko.

Tipp: Die Löcher können aber gut als Halterung für hohle Bambusstäbe dienen. 

Standort und Umgebung aussuchen

Wie bei allen Wohnungen sind die Lage und das Wohnumfeld entscheidend. Wildbienen lieben es warm, sonnig und regengeschützt, aber ohne knallige Mittagssonne. Schatten wird gemieden, schon im Schatten eines zu langen Überdaches kann die obere Partie der Nisthilfe unbrauchbar werden. Auch die Umgebung muss stimmen, es müssen Pflanzen mit Blüten vorhanden sein, am besten auch Schalen mit Lehm und Wasser oder Vogeltränken. 

 

Anleitung für eine Wildbienenwohnung in Bambusstäben

Dieses Projekt ist einfach – und damit nicht nur ein Anfänger-, sondern auch ein tolles Kinderprojekt. 

Das brauchen Sie:

  • eine leere, saubere Konservendose
  • Metallsäge
  • Akkubohrschrauber
  • Holzbohrer mit unterschiedl. Durchmessern, ggf. Nägel
  • Schleifpapier
  • gut getrocknete Bambusstäbe – je nach Länge und Durchmesser 6 bis 7 Stück
  • etwas Watte o.ä.

Anleitung Schritt für Schritt:

Schritt 1: Bambus anzeichnen
Die Stäbe sollten ein wenig länger bzw. höher als die Dose sein. Markieren Sie einen Stab und nehmen Sie diesen als Maßstab für die weiteren. Die unterschiedlichen Durchmesser der Löcher ergeben sich automatisch aus den Durchmessern der Stäbe. Es sollte aber später kein Loch größer als neun Millimeter sein.

Schritt 2: Bambusstäbe absägen 
Sägen Sie die Stäbe an der Markierung mit einer Metallsäge ab. Optimal ist es, wenn Sie dies an einem Knoten tun, sodass die Röhre an einem Ende bereits verschlossen ist. Die langen Stäbe lassen sich relativ gut festhalten. Wenn das nicht geht, fixieren Sie die Stangen mit einer Zwinge an einer Platte. 

Tipp: Eine Gartenschere ist dafür ungeeignet, sie quetscht die Stäbe. 

Schritt 3: Mark ausbohren 
Meist ist nun noch das Mark im Weg. Dies lässt sich mit einem Nagel oder einem dünnen Stab nach hinten schieben. Wenn das nicht geht, helfen Sie mit einem Bohrer nach. Der kann ruhig etwas kleiner im Durchmesser als das Loch sein, aber nicht größer.

Schritt 4: Löcher reinigen 
Jedes einzelne Loch muss sauber und splitterfrei sein, dafür ggf. einen Bohrer mit etwas Schleifpapier umwickeln und noch etwas „ausputzen“.

Schritt 5: Röhren an einem Ende verstopfen 
Beim Absägen bleiben auch beidseitig offene Bambusstücke über, da man sie nicht immer an einem Knoten absägen kann. Verstopfen Sie bei solchen Bambusröhren ein Ende mit Watte oder Baumwollfasern.

Schritt 6: Dose befüllen 
Stecken Sie die Stäbe in die Dose, sodass sie sicher festklemmen. Platzieren Sie dann das fertige Bienenheim leicht nach vorn geneigt und am besten unter einem Überdach, sodass kein Regenwasser hineinlaufen kann.

 

Tipps für ein Wildbienenheim aus Stammholz 

Das Bauholz darf nicht frisch, sondern muss abgelagert und trocken sein. Sonst drohen Risse, da Bohrlöcher in austrocknendem Holz gerne reißen und für die Tiere gefährliche Holzsplitter entstehen. Von vornherein gespaltene oder eingerissene Löcher werden gar nicht erst besiedelt, nachträgliche Risse gefährden die Brut. Geeignet sind Harthölzer wie Esche oder Buche, aber auch viele andere Laubhölzer. Nadelholz ist hingegen nicht zu empfehlen, da es harzt und damit die Löcher verschließen kann. Außerdem richten wiederbenässte Nadelhölzer Holzfasern auf, sodass die Bohrlöcher raue Wände bekommen. Nehmen Sie auch kein modriges, verpilztes Holz – denn wer will schon auf Schimmel nisten...

Löcher als Singlewohnung richtig bohren

Auch wenn Baumscheiben cooler aussehen – nehmen Sie für das Bienenhotel kein Stirnholz. Die Löcher reißen oft und werden damit unbrauchbar. Das geht nur bei gut abgelagerten Baumscheiben, die nicht gerissen sind, am besten von Eichen oder Robinien. Hier haben wir einen halben Eichenstamm genommen. 

Wichtig: Die Oberfläche und die Bohrlöcher müssen glatt und splitterfrei sein. Das ist den Wildbienen wichtig, denn sie krabbeln rückwärts in die Röhren und verletzen ihre Flügel möglicherweise an Holzsplittern. Bohren Sie Löcher mit Durchmessern zwischen zwei und acht Millimeter und mit gut zwei Zentimetern Abstand zueinander. Wenn die Löcher dicht an dicht liegen, können ebenfalls Risse entstehen. Bohren Sie so tief, wie der Holzbohrer reicht, mindestens aber fünf Zentimeter.

Schleifen Sie auch die Holzoberfläche, damit die Löcher wirklich sauber sind. 
Trick: Kleben Sie etwas Schleifpapier um einen Bohrer oder Nagel und stecken diesen in einen Akkuschrauber. Fertig ist das Röhrenputzgerät! Alternativ nehmen Sie Bürsten-Bohraufsätze oder kleine Korundstifte.

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