15-05-19

Wenn der Kühlschrank Geld verheizt

Wann es sich lohnt, neue Elektrogeräte zu kaufen


In der Küche stehen oft die größten Energieverbraucher im Haushalt: Herd, Kühl- und Gefrierschrank, Spülmaschine, Waschmaschine und manchmal noch ein Kaffeevollautomat. Zwar sind die Geräte heute sparsamer als noch vor Jahren, aber wenn man deshalb verschwenderischer mit ihnen umgeht, hat man am Ende nichts gespart! Unser DIY-Academy-Trainer Norbert Heinze hat ein paar kluge Tipps für Sie.



Gute Planung in der Küche

„Haben Sie die Wahl zwischen Gas- oder Elektroherd, sollten Sie Strom den Vorzug geben“, rät Trainer Norbert Heinze. Denn die Verbrennungsgase der Herdflammen belasten die Raumluftqualität: Große Mengen an Wasserdampf werden frei, die abgeführt werden müssen, um ein ungesundes Raumklima zu vermeiden. Dies kann durchs Fenster oder eine Ablufthaube erfolgen – beides trägt zu einem höheren Wärmebedarf bei.

Ein Induktionsherd hingegen ist sparsam und erwärmt ähnlich schnell wie Gas. Allerdings ist geeignetes Kochgeschirr nötig (kein Glas-/Aluminiumtopf und -Pfanne). Moderne Ceran-Kochfelder sind zwar besser als die alten gusseisernen Herdplatten, aber nicht so effizient wie eine Induktionsplatte.

Vorsicht vor stromfressenden Schnäppchen


Auch andere Haushaltsgeräte sind oft Energiefresser. Ihr Verbrauch macht etwa die Hälfte der Stromrechnung aus. Am meisten schlagen Kühlschränke und Gefriergeräte zu Buche. Unstrittig ist, dass ältere Geräte einen höheren Verbrauch haben. 17 Prozent aller Hausgeräte in Deutschland sind 14 Jahre und älter. Die Hersteller haben zuletzt ihren Fokus auf die Energieeffizienz gelegt, jedes Jahr preisen sie noch verbrauchsärmere Waschmaschinen sowie Koch- und Kühlgeräte an. Wer sich heute neue Geräte anschafft, kann jährlich mehrere hundert Euro sparen. Aber aufgepasst: Oft werden veraltete Lagergeräte noch abverkauft. „Das ist zulässig, aber Sie sollten auf die Jahreskosten des Gerätes hochrechnen. Manches Schnäppchen erweist sich dabei als teure Lösung, der gesparte Hunderter wird über die Strom- und Wasserrechnung nachgezahlt“, erläutert Energieexperte Heinze.

Ob Kühlschrank, Waschmaschine und Co. nach 15 oder schon nach fünf Jahren ausgewechselt werden sollten, kann man nicht pauschal sagen. Das hängt immer von der individuellen Nutzung ab. In den vergangenen Jahren waren allerdings die Fortschritte bei der Energieeffizienz so gewaltig, dass ältere Geräte nicht mehr mithalten können. „Bei einem heute mindestens zehn Jahre alten Kühlschrank sollten Sie schon über einen Neukauf nachdenken“, empfiehlt Heinze. Denn anders als Wasch- oder Spülmaschinen, die zum Teil nur alle paar Tage angeworfen werden, laufen Kühl- und Gefrierschränke im Dauerbetrieb.

Eine etwa 15 Jahre alte Kühl-Gefrierkombination verbraucht ca. 600 kWh im Jahr. Ein effektives Neugerät bringt es auf 150 kWh und spart damit etwa 135 Euro jährlich bei einem kWh-Preis von 30 Cent. Während ein 15 Jahre alter Wäschetrockner bei regelmäßigem Gebrauch ca. 580 kWh im Jahr benötigt, kommt ein neuer mit 220 kWh aus. Das spart gut und gerne 95 Euro pro Jahr. „Vielleicht können Sie die Wäsche aber auch an der Luft trocknen lassen – günstiger geht es nicht!“, sagt Trainer Heinze.

Sie sollten sich über Ihre eigenen Bedürfnisse klar sein: Beim Kühlschrank muss es zum Beispiel nicht immer das größte Modell sein. Immerhin steigt der Stromverbrauch pro 100 Liter Nutzungsvolumen um rund 20 Prozent. Für einen Single genügen 100 bis 140 Liter, Familien sollten pro Person 50 Liter einkalkulieren.

Orientierung am Energieeffizienzlabel

Orientierung bietet auch das neue EU-Label. Es informiert über die Energieeffizienz. Bei Kühl- und Gefriergeräten, Wasch- und Spülmaschinen sowie Wäschetrocknern reicht die Skala von A+++ bis D. Die Klasse A+++ steht für besonders effizient, A++ ist mäßig. Geräte mit A+ oder A sollte man deshalb eher meiden. Es empfiehlt sich, möglichst neue Geräte der besten Klasse zu kaufen. Aber: Da A+++-Geräte recht neu am Markt sind, sind sie teilweise noch etwas teuer in der Anschaffung. Hier gilt es die Stromkostenersparnis mit den Mehrkosten beim Kauf zu vergleichen und für sich zu entscheiden wo die tolerierbare Grenze für Kosten und Nutzen liegt.

Viele alte Kühlschränke landen in ihrem zweiten Leben im Keller als Reservegerät oder als Zusatzkühlung für die nächste Gartenparty. Häufig werden sie dann doch am Netz gelassen, weil ja noch Reste da sind, das Sonderangebot im Supermarkt so preiswert war oder der Drei-Liter-Behälter Vanilleeis doch nicht so schnell leer geworden ist. Das Erwachen kommt dann mit der nächsten Stromrechnung. So wird das Sonderangebot zum Luxuskauf.

Auch die weitverbreiteten Kaffeevollautomaten sind oft wahre Energievernichter. Besonders, wenn sie über eine Kühlung für die Milch verfügen oder Dampf ständig vorhalten. Viele Geräte machen das rund um die Uhr. Bei großen Maschinen kann hier im Jahr ein Verbrauch eines Einpersonenhaushalts entstehen.

Schlau hin- und einstellen

Je kälter der Kühlschrank eingestellt ist, desto mehr Strom verbraucht das Gerät. Doch nicht nur die Temperatur im Inneren ist entscheidend. Je kühler es am Aufstellort ist, desto weniger Energie wird gebraucht. Soll ein Kühl- oder Gefrierschrank im Keller stehen, könnte es dort aber zu kalt sein, denn normalerweise sind die Geräte für Temperaturen zwischen 16 und 32 Grad gebaut. Wird es zu kalt, könnte das Geräte-Thermostat außer Kontrolle geraten. Außerdem sollten Kühl- und Gefrierschränke nicht direkt neben Herd, Spülmaschine oder Heizung stehen. Bei Hitze steigt der Stromverbrauch nämlich stark an.

Strömt beim Öffnen feuchte Luft in das Gerät, bildet sich früher oder später eine Eisschicht. Spätestens wenn das Eis den inneren Wärmetauscher an der Rückwand bedeckt, wird es Zeit zum Abtauen, sonst steigt der Stromverbrauch. Optimalerweise den Tiefkühler "leer essen" und über Nacht offen abtauen lassen. Ein heißer Topf Wasser oder der Haarfön mögen den Abtauvorgang beschleunigen, kosten aber wiederum eine Menge Energie.

Der Rebound-Effekt


Haben Sie eine Mikrowelle oder Kaffeemaschine mit eingebauter Uhr? „Nette Helfer, aber alle verfügen über ein Netzteil, das ständig Strom aus der Steckdose zieht. Viele kleine Verbraucher, die sich in Summe bemerkbar machen“, erklärt Trainer Heinze. „Haushaltsgeräte verbrauchen heute zwar prinzipiell weniger Strom als noch vor dreißig Jahren. Dafür besitzen wir aber auch mehr Elektrogeräte als früher. Sind Geräte effizienter, tendieren wir außerdem dazu, sie häufiger oder länger zu benutzen.“ Dieses Phänomen nennt sich „Rebound-Effekt“. In Summe hat man dann oft nichts gespart!

 

Noch mehr Energiespar-Tipps: Die Trainer der DIY Academy sind in vielen Baumärkten mit einem speziellen Kurs zum Thema „Energie sparen im Haushalt“. Wann der nächste Kurs in Ihrer Nähe stattfindet, können Sie über die schlaue Suche schnell herausfinden:  www.diy-academy.eu/kurse-events/baumarktkurse/

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