04-08-20

Zuhause ist es doch am schönsten

Holzdielen auf dem Balkon selbst verlegen


Warum in die Ferne reisen, wenn das Traumziel direkt vor der eigenen Tür liegt? Mit einem natürlichen, fußwarmen Bodenbelag aus Holz, neuen Möbeln und frischer Begrünung wird der heimische Balkon zum Urlaubsparadies. Die DIY Academy zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Terrassendielen auf Ihrem Balkon verlegen.


 

Erst planen, dann loslegen
Bevor Sie starten, sollten Sie sich zuerst eine genaue Material- und Werkzeugliste anfertigen. Denn es gibt nichts Ärgerlicheres, als sein Schaffen unterbrechen zu müssen, weil zu wenig Holz eingekauft wurde oder ein Werkzeug fehlt.
Bei der Auswahl der Terrassendielen haben Sie die Qual der Wahl: Informieren Sie sich über die verschiedenen Holzarten mit ihren Vor- und Nachteilen. Wichtig bei der Planung sind außerdem die Wetterseite, die Gegebenheiten des Balkons und die Art der Unterkonstruktion. 
Bestimmen Sie zuerst das Verlegemuster der Dielen, ob sie quer oder längs zur Hauswand liegen. Hiernach richten sich die Maße der Hölzer. Da unser Balkon überdacht ist, entscheidet bei uns die Optik. Wir verlegen die Dielen parallel zur Wand, die Unterkonstruktion wird senkrecht aufgebaut. Durch die vier Meter langen Dielen werden keine Dielenstöße benötigt. Dann messen Sie die Grundfläche (Länge x Breite) des Balkons aus, um die benötigte Anzahl der Dielen und der Unterkonstruktionshölzer zu bestimmen. Die Balken der Unterkonstruktion sollten mit einem Abstand von max. 50 Zentimeter zueinander eingeplant werden. 


Das brauchen Sie: 

  • Terrassendielen Douglasie: 28 x 125 x 3000 mm
  • Unterkonstruktion: Douglasie 40 x 70 mm 
  • Besen, Kehrblech Zollstock, Bleistift
  • Winkel, Cuttermesser
  • große Wasserwaage, evtl. Richtlatte
  • Stichsäge, wer zusätzlich hat: Kapp- und Gehrungssäge 
  • Akku-Bohrschrauber

Material z.B. von SPAX: 

  • Edelstahlschrauben: Terrassenschraube 5 x 60 mm, T-STAR plus T25, rostfrei A2 mit Bit T25
  • Stellfüße: Lift 3/5
  • Tiefenbegrenzer zum bündigen Versenken von Schrauben: Drive STOP
  • 3 x Fugenlehre für 4 Fugenbreiten: Spacer
  • Bohrer mit 2 Bohrstufen: step drill 4
  • Abdeckband: Tape
  • Lüftstege: Air 6,5 mm


Die Unterkonstruktion
Schritt 1: Konstruktion vorbereiten

Säubern Sie zuerst Ihren Balkonboden und überprüfen Sie den Abfluss, ob er frei ist. Da wir keine Stufe mehr haben möchten, wenn wir aus der Balkontür treten, richten wir die Höhe der Unterkonstruktion an dem Sockel des Eingangsbereich aus. Auch wenn der Balkon überdacht und selten nass wird, sollte auf ein Gefälle nicht verzichtet werden. 


Schritt 2: Unterkonstruktion zuschneiden
Jetzt messen Sie die benötigte Länge der Unterkonstruktion (Balkonbreite) aus und schneiden sie mit der Kapp- oder Stichsäge zu. Planen Sie dabei zur Hauswand und dem Balkongeländer jeweils mindestens einen Zentimeter Abstand ein, damit das Holz bei verschiedenen Temperaturen „arbeiten“ kann. Da unser Balkonboden an den Seiten wie eine Wanne geformt ist, haben wir die Unterkonstruktion entsprechend ausgeklinkt.
  

Schritt 3: Stellfüße platzieren
Jetzt können Sie die Stellfüße mit Abständen von maximal 50 Zentimetern zueinander auf dem Boden platzieren. Wir beginnen am Eingangsbereich und arbeiten uns dann nach links und rechts vor. Legen Sie provisorisch einen Balken auf die Stellfüße und überprüfen Sie mit einem Winkel, dass die Diele später rechtwinklig zur Hauswand verläuft. 

Schritt 4: Unterkonstruktion ausrichten
Die Stellfüße lassen sich durch eine einfache Drehbewegung in der Höhe anpassen – so ersparen wir uns das lästige Unterfüttern der Unterkonstruktion. Zudem sind die Träger aus Kunststoff eine stabile Basis und sorgen für eine gute Unterlüftung. 
Wenn Sie die Stellfüße in den richtigen Abständen platziert haben, legen Sie die Unterkonstruktionshölzer hochkant auf die Stellfüße und stellen die gewünschte Höhe ausgehend vom Eingangsbereich ein. Anschließend jedes weitere Holz mit der Wasserwaage und einem Gefälle von 2 % ausrichten. Ist die Unterkonstruktion in der Breite ausgerichtet, kontrollieren Sie die Balken in der Länge mit einer langen Wasserwaage und ggf. einer Richtlatte. Jetzt kleben Sie das Abdeckband auf die obere der schmalen Seiten der Hölzer auf und schneiden es mit einem Cuttermesser ab. Achten Sie darauf, dass es links und rechts gleichmäßig übersteht. 

Tipp: Unterkonstruktion vor Nässe schützen
Der größte Feind von Hölzern im Außenbereich sind Regen und Feuchtigkeit! Damit das Holz vor Feuchtigkeit geschützt ist, sollten Terrassenbeläge und Unterkonstruktion nie direkt mit dem Untergrund in Berührung kommen. 
Die Stellfüße bewahren hier die Unterkonstruktion von unten vor Nässe. Das Abdeckband aus Polyethylen steht links und rechts auf der Unterkonstruktion über und bildet dadurch eine Tropfkante, die z. B. Regenwasser von oben ableitet.

Dielen verlegen
Schritt 5: Dielen zusägen

Steht die Unterkonstruktion, beginnen Sie mit der ersten Diele. Messen Sie die benötigte Länge mit einem Zollstock aus, übertragen das Maß auf die Diele und zeichnen mit einem Winkel den Sägeschnitt an, um die Latten möglichst gerade abzusägen. Anschließend sägen. Überprüfen Sie, ob die Diele passt und genügend Abstand zu den Seiten hat. Anschließend können Sie die restlichen Dielen ebenfalls ausmessen und zusägen.  

Schritt 6: Diele verschrauben
Legen Sie die erste Diele mit Berücksichtigung der Dehnungsfuge zum Balkongeländer auf die Unterkonstruktion. Anschließend an der Seite zum Geländer einen halben und zur anderen Seite einen ganzen Abstandhalter zwischen Unterkonstruktion und Diele legen. Die Abstandhalter bleiben dauerhaft liegen, sorgen für eine vollständige Unterlüftung und ein gleichmäßiges Fugenbild. Markieren Sie jetzt mit Bleistift und Winkel die Positionen der Schrauben auf der Diele. Achten Sie darauf, dass diese mittig auf der Unterkonstruktion verschraubt werden. Sie können sich die Mitte auch anzeichnen, damit die Schrauben später alle in einer Flucht liegen. Anschließend vorbohren und die Diele mit Edelstahlschrauben verschrauben.

Tipp: So sitzen die Dielen fest
Auch die Dielen sollten wie die Unterkonstruktion nicht mit Staunässe in Berührung kommen. Die Lüftstege trennen die Diele von der Unterkonstruktion, sodass Luft unter dem Terrassenboden zirkulieren kann. Außerdem sorgen sie für einen nötigen und gleichmäßigen Abstand zwischen den Dielenbrettern. Für die Holzterrasse sollten Sie nur Edelstahlschrauben verwenden, um Verfärbungen wie Rostflecken vorzubeugen. Besonders bei Hartholz – aber auch für ein sauberes Schraubenbild bei weicheren Holzarten wie Douglasie – ist vorbohren wichtig, damit das Holz beim Schrauben nicht reißt. Dafür eignet sich bspw. ein spezieller Stufenbohrer, der die Löcher gleich ansenkt. Achten Sie auch darauf, dass die Schrauben bündig mit der Diele abschließen. Liegen die Schrauben zu tief, kann sich Staunässe bilden. Hierfür ist der Tiefenbegrenzer „DriveStop“ empfehlenswert, da er eine zu tiefe Verschraubung verhindert.

Schritt 7: Letzte Diele anpassen
Arbeiten Sie sich Diele für Diele vor. Für einen Abstand von sieben Millimetern zwischen den Dielen nehmen Sie die Fugenlehre zur Hilfe. Beplanken Sie bis zum vorletzten Brett. Die Diele zur Hauswand mussten wir einpassen. Messen Sie zuerst die benötigte Länge aus und sägen die Diele entsprechend ab – dann legen Sie die Diele vor die Hauswand und übertragen die Maße abzüglich der Dehnungsfuge. Anschließend mit der Stichsäge passgenau zusägen und verschrauben. Das letzte Brett im Eingangsbereich passt in der Breite genau und muss nicht extra zugeschnitten werden.

Tipp: Holzdielen pflegen
Damit Terrassendielen lange gut aussehen und Jahre halten, sollten sie regelmäßig gepflegt werden. Wie viel Pflege z. B. mit Öl benötigt wird, hat mit der Holzart und ihrer Haltbarkeit zu tun: Nadelhölzer wie Douglasie und Lärche sind pflegeintensiver als Tropenhölzer wie Bangkirai oder Teak. Die Härte bzw. Dichte des Holzes sagt aber nichts über seine Dauerhaftigkeit aus! Das bei uns verwendete heimische Nadelholz Douglasie hat einen rosa bis hellroten Farbton, ist relativ fest, gut zu bearbeiten und pilzresistent. Es sollte jährlich mit einem geeigneten Holzöl behandelt und ggf. entgraut werden.

Eine schnelle Hilfe zur Berechnung der Materialien bietet der SPAX-Terrassenplaner online unter: deckconfig.spax.com

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