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Terrassendielen auf Balkon verlegen
Boden aus Reishülsen in Holzoptik
Veröffentlicht: 02.11.2022
Grillen, chillen und Sonne tanken: Auf dem Balkon können Sie Wochenenden und Feierabende richtig genießen. Ein schöner Boden ist hier nicht nur was fürs Auge, sondern auch schmeichelhaft für die Füße und am besten leicht zu reinigen. Als nachhaltige Alternative zu Dielen aus Holz bietet sich ein Boden aus Reishülsen an: Durch die einzigartige Verbindung des Abfallprodukts aus der Reisherstellung, Steinsalz und Mineralöl sind die Terrassendielen extrem langlebig und witterungsbeständig. Dank speziell auf diese Dielen abgestimmter Systeme können Sie sie einfach und individuell selbst verlegen.
Erst planen, dann loslegen
Bevor es ans Verlegen geht, ist eine gute Planung wichtig. Haben Sie alle benötigten Werkzeuge? Welche Verlegerichtung ist wegen des Wasserablaufs sinnvoll, wie wird das Material vor dem Verlegen gelagert?
Machen Sie sich eine Material- und Werkzeugliste und fertigen Sie gegebenenfalls eine Zeichnung an. Dann können Sie auch bereits die Anzahl der Zuschnitte planen.
Räumen Sie alle beweglichen Möbel vom Balkon und verstauen Sie diese an einem trockenen und wettergeschützten Ort. Vielleicht möchten Sie dann auch gleich die Gelegenheit nutzen, Ihre Möbel aufzufrischen? Schwere, bepflanzte Blumenkübel transportieren Sie leicht mit einem Möbelroller oder einer Sackkarre an einen anderen Ort.
Das Material
Resysta heißt das Material, aus dem die verando-Terrassendielen bestehen. Im Gegensatz zu WPC-Dielen (Wood-Plastic-Composite), die aus einem Kunststoff-Holz-Gemisch gefertigt werden, und BPC (Bamboo-Plastic-Composite), gefertigt aus einem Kunststoff-Bambus-Gemisch, findet sich in diesen Dielen weder Holz- noch Bambus. Das macht es aus vielseitigen Gründen zu einer echten Alternative für andere Kompositmaterialien oder Tropenhölzer wie Bangkirai.
Hauptsächlicher Bestandteil von Resysta sind Reishülsen, die in der Natur das Reiskorn vor äußeren Einflüssen schützen. Nicht nur in Asien, auch in Europa fallen bei der Reisernte große Mengen an. Zusammen mit Steinsalz und Mineralöl werden sie zu dem Verbundwerkstoff Resysta.
Reishülsen sind ein rasch nachwachsender Rohstoff und zudem recycelbar (Zusammensetzung: 60 Prozent Reishülsen, 22 Prozent Steinsalz und 18 Prozent Mineralöl). So können Tropenwälder geschont werden. Das Material ist wasserabweisend und rutschhemmend, reißt nicht, splittert nicht und ist unempfindlich gegenüber Pilz- und Insektenbefall. Die Pflege ist überschaubar. Außerdem kann das Material wie Holz gesägt, gebohrt, gefräst, geschliffen und geschraubt werden.
Foto: verando / DIY Academy
Dielen lasieren und pflegen
Wer den natürlichen Holz-Look abwandeln möchte, kann die Dielen vor Verlegung in seiner Wunschfarbe lasieren. Neben natürlichen Holztönen wird zum Beispiel auch Dunkelgrau angeboten.
Verschmutzungen reinigen Sie mit Wasser und Bürste. Hellt der Farbton im Laufe der Zeit auf, können Sie ihn mit einem verdünnten Lasur-Wasser-Gemisch wieder auffrischen.
Unbehandelte Dielen benötigen keiner besonderen Pflege und Reinigung. Verschmutzungen werden auch hier mit einem Wasserschlauch und gegebenenfalls mit einer Bürste entfernt.
Alternativ kann bei größeren Flächen ein Hochdruckreiniger mit Kreiselbürste bzw. Dreckfräse die Arbeit deutlich erleichtern. Die Arbeit mit der Hochdruckdüse sollten Sie besser vermeiden.
Foto: DIY Academy/verando
Foto: verando / DIY Academy
Grundsätzliche Verlegehinweise
Wie auch bei anderen Terrassendecks muss der Untergrund stabil, fest und möglichst eben sein. Es ist ein Gefälle von mindestens zwei Prozent vom Haus wegführend einzuhalten, um den Wasserablauf sicherzustellen. Dies ist ausschlaggebend für die Verlegerichtung der Dielen. Deshalb werden sie hier auch quer zur Hauswand positioniert auch wenn dafür viele Schnitten nötig sind. Achten Sie auch auf die thermische Ausdehnung des Materials und die damit verbundenen erforderlichen Dehnungsfugen zwischen den Dielen und an den Rändern zum Beispiel zu den Hauswänden.
Da es sich bei uns um einen festen Untergrund handelt, verwenden wir das verando Basic-System. Der Vorteil des Systems ist, dass die Diele durch spezielle Verbinder quasi unsichtbar befestigt wird, das heißt, von oben sind keine Schrauben zu sehen.
Foto: DIY Academy/verando
Das brauchen Sie:
Material:
- Randsteine 100 cm x 25 cm x 5 cm
- Dübel mit Schrauben 6 mm x 30 mm
- Bautenschutzmatten
- Dünne Gummipads zum Ausgleichen der Unterkonstruktion
- Edelstahlschrauben für erste und letzte Diele, 3 x 40 mm
- Edelstahlschrauben für Aluleisten 3,5 x 16
Material von alfer:
- Unterkonstruktions-Profile 70 x 38 x 2400 mm
- Terrassendielen 140 x 20 x 2400 mm, lasiert
- Befestigungsmaterial: Dielenverbinder mit passenden Schrauben und Abstandshalter in 3 Größen und 4-mm-Bohrer
- Aluleisten 30 x 30 x 250 mm
- 8er Schlangenbohrer
Werkzeuge
- Bleistift, Zollstock und Schreinerwinkel
- Winkelschleifer mit passendem Sägeblatt für Stein
- Akku-Bohrschrauber mit Bits
- Akku-Schlagbohrschrauber
- Schlagbohrmaschine mit Steinbohrer, 6 mm
- Stichsäge
- Handkreissäge oder Kappsäge
- Schattenfugensäge
- Lange und kürzere Wasserwaage (2 m u. 1 m)
- Cuttermesser
- Eventuell Richtlatte, 120 cm
- Transporthilfen
- Hammer
- Schneidlade und Eisensäge
- 3-mm-Metallbohrer und Senker
- Besen und Kehrblech
- Schutzausrüstung wie Handschuhe, Ohrenschützer, Atemschutzmaske (für den Schnitt der Randsteine) und Brille
Foto: DIY Academy/verando
Foto: DIY Academy/verando
Alte Dielen entfernen und Untergrund vorbereiten
Ist Ihr Balkon wie in unserem Projekt noch mit alten, kaputten Holzdielen beplankt? Dann sind Ihre Muskeln gefragt. Hier waren die Schraubenköpfe nicht mehr nutzbar. Deshalb haben wir die Dielen mit einem Brecheisen von der Untergrundkonstruktion gelöst und alles entsorgt. Ist der Balkon leergeräumt, säubern Sie den Untergrund: Den groben Dreck kehren Sie zusammen, dann geht’s mit Wasserschlauch und Bürste weiter. Wir haben bei der Gelegenheit auch die angrenzende Fassade abgewaschen und die Abläufe überprüft. Es lohnt sich, in das Abflussrohr einen Blätterfänger einzusetzen, um Verstopfungen zu vermeiden.
Foto: DIY Academy
Entsorgungstipp:
Grundsätzlich handelt es sich bei behandeltem Holz um Bauabfall, der fachgerecht entsorgt werden muss. Kleinere Mengen kann man selbst bei einem entsprechenden Entsorgungsbetrieb oder Wertstoffhof abgeben. Dafür fallen eventuell geringe Kosten an.
Haben Sie eine große Menge Holz zu entsorgen, die Sie nicht mit dem Auto oder mit einem Anhänger transportieren können, ist ein Container sinnvoll.
Foto: verando / DIY Academy
Foto: DIY Academy/verando
Wissenswertes zur Unterkonstruktion
Die Unterkonstruktion muss auf dem Boden fixiert und gut belüftet sein. Die Dielen dürfen später maximal 25 mm überstehen.
Bei diesem Projekt wird die Unterkonstruktion punktuell befestigt, dafür werden Randsteine ausgelegt. Dabei darf der Abstand zwischen den Unterkonstruktions-Profilen (mittig gesehen) maximal 40 Zentimeter betragen. Auch in der Länge muss spätestens alle 40 Zentimeter ein Randstein gesetzt werden (siehe Zeichnung).
Foto: DIY Academy/verando
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2. Bautenschutzmatten auslegen
Ist der Untergrund sauber und trocken, legen Sie zunächst die Bautenschutzmatten zum Schutz der vorhandenen Dachpappe vollflächig aus. Dabei sollten keine Lücken entstehen. Die Randstücke schneiden Sie leicht mit einer Metallschiene und Cuttermesser auf das passende Maß zu. Die Bereiche um den Wasserablauf werden ausgespart.
Tipp Bautenschutzmatte: Die Bautenschutzmatten werden zum Schutz der Teerpappe ausgelegt, da die Randsteine recht scharfe Kanten haben. Sie könnten sich bei hohen Temperaturen und/oder hoher Gewichts-Belastung (z.B. Feier im Sommer) in die Teerpappe drücken und diese beschädigen. Die Kosten zur Beseitigung möglicher Folgeschäden stehen in keinem Verhältnis zu den geringen Kosten für die Bautenschutzmatten.
Foto: DIY Academy/verando
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3. Randsteinen ausrichten
Der Aufbau der Unterkonstruktion richtet sich nach dem Verlegebild der Dielen. Deshalb werden hier die Randsteine quer zur Hauswand positioniert. Achten Sie dabei auf die korrekten Abstände zu den Wänden und untereinander. Regelmäßiges Messen hilft!
Zum Einpassen der Randsteine nehmen Sie einen Winkelschleifer zur Hilfe. Tragen Sie dabei unbedingt eine Schutzausrüstung.
Dann richten Sie die Randsteine sorgfältig unter Berücksichtigung des 2 %-Gefälles mit einer Wasserwaage aus. Zum Ausgleichen können Sie sich kleine Stücke aus der Bautenschutzmatte zuschneiden und spezielle, dünnere Gummipads verwenden. Auch wenn das Ausrichten lästig ist und genaues Arbeiten erfordert: Nehmen Sie sich die Zeit!
Je besser bzw. exakter Sie die Unterkonstruktion vorbereiten, um so reibungsloser verlaufen die weiteren Arbeiten. Die exakte Ausrichtung und Höhe der Unterkonstruktion überträgt sich 1:1 auf die Oberfläche Ihrer Dielen.
Foto: DIY Academy/verando
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4. Unterkonstruktion fixieren
Nun werden die Unterkonstruktions-Profile auf den Randsteinen befestigt. Legen Sie die Profile mit den erforderlichen Abständen auf die Randsteine. Kürzen Sie sie vorher eventuell mit einer Kreissäge. Dann bohren Sie in eine Hohlkammer mit dem Schlangenbohrer ein Loch und bohren anschließend an gleicher Position ein 6-mm-Loch mit der Schlagbohrmaschine und einem 6-mm-Steinbohrer in den Randstein. Anschließend den Dübel mit Schraube einschlagen und festschrauben. Die weiteren Dübellöcher bohren Sie versetzt: Wenn Sie mit der linken Hohlkammer beginnen, folgt die rechte, dann wieder die linke und so weiter.
Tipp: Würden Sie den Dübel mittig setzen, zerstören Sie den Mittelsteg der Unterkonstruktion und vermindern so die Stabilität des Profils.
Foto: DIY Academy/verando
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5. Erste Diele verlegen
Messen Sie die Länge der ersten Diele aus und schneiden Sie sie entsprechend zu. Gegebenenfalls Fallrohre aussparen. Beachten Sie dabei die Dehnungsfugen zu den Wänden. Bereiten Sie zunächst einige Dielenverbinder vor, indem Sie den Abstandshalter für die gewünschte Fugenbreite in den dafür vorgesehenen Schlitz des Dielenverbinders stecken. Drehen Sie die Diele um und befestigen Sie die Verbinder rückseitig auf der Höhe der Unterkonstruktion. Wählen Sie entweder die linke oder rechte Hälfte der Unterkonstruktion, da die nächsten Verbinder auf der Unterkonstruktion daneben fixiert werden müssen.
Nun die Löcher mit einem 4-mm-Bohrer vorbohren und anschließend mit den Spezialschrauben fixieren. Der Verbinder hält die Dielen unten und verhindern das „Federn“. Haben Sie alle notwendigen Verbinder angebracht, sägen Sie die zur Wand überstehenden Stege mit einer Stichsäge ab. Dann die Diele mit einer Dehnungsfuge von acht Millimetern zur Wand auf die Unterkonstruktion legen, Löcher für die Verbinder vorbohren und festschrauben. An der hinteren Kante verschrauben Sie die erste Diele mit dem Unterkonstruktions-Profil mit den dünnen Edelstahlschrauben.
Foto: DIY Academy/verando
Tipp: Fugenbreiten
Je nach Geschmack können Sie bei den Fugenbreiten zwischen den Größen 1,2 mm, 2,0 mm und 4,0 mm wählen. Verwenden Sie die entsprechenden unterschiedlich farbigen Abstandshalter beim Aufschrauben der Dielenverbinder und beim Fixieren der Dielen auf der Unterkonstruktion.
Setzen Sie in jeden Verbinder einen Abstandshalter ein. Nur so können Sie den Dielenverbinder richtig und gerade auf der Dielenunterseite anbringen. Der Abstandshalter dient als Anschlag an der Dielenkante.
Foto: DIY Academy/verando
Foto: DIY Academy/verando
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6. Weitere Dielen mit Verbindern montieren
Jetzt ist Fleißarbeit gefragt. Passen Sie nach und nach die Dielen der Länge nach an. Dann legen Sie immer eine Diele mit der Rückseite nach oben an die vorherige Diele. Dann die Dielenverbinder mit Abstandshalter bestücken und versetzt zu den zuvor fixierten Verbindern auf die Diele legen – vorbohren und festschrauben. Jetzt drehen Sie die Diele um, schieben sie fest an die Kante der ersten Diele und schrauben den Dielenverbinder fest – vorbohren nicht vergessen. Anschließend können Sie den Abstandshalter herausziehen. Sitzt er zu fest, nehmen Sie eine Zange zu Hilfe.
Nach diesem Ablauf können Sie sorgfältig nach und nach die Dielen verlegen.
Foto: DIY Academy/verando
7. Letzte Diele verlegen
Sind Sie am Ende angekommen, wird die letzte Diele verlegt. Zuerst passen Sie sie in der Länge und Breite an. Berücksichtigen Sie auch hier die erforderlichen Dehnungsfugen. Wie bei der ersten Diele werden die wandseitigen Dielenverbinder vor dem Einsetzen der Diele gekürzt. Dann fixieren Sie die Diele mit dünnen Edelstahlschrauben (3 x 40 mm).
Tipp: Deckel für Abläufe bauen
Damit Sie nicht jedes Mal mehrere komplette Dielenreihen entfernen müssen, um die Wasser-Abläufe zu kontrollieren, sollten Sie sie beim Verlegen der Dielen aussparen. Wir haben uns später aus den Resten Klappen mit einem Griffloch gebaut, die lose auf der Unterkonstruktion aufliegen. Da sie mit den gleichen Fugenbreiten gefertigt wurden, fügen sie sich harmonisch in das Gesamtbild des Bodens ein.
Foto: DIY Academy/verando
8. Abschlussleisten anbringen
Für einen sauberen Abschluss können Sie die Dielen mit einer Aluleiste einfassen. Dafür besäumen Sie zunächst umlaufend die Ränder einheitlich mit einer Schattenfugen- bzw. mit einer Kompaktsäge. Anschließend sägen Sie die Aluleisten auf Maß und schrauben sie an den Dielen fest. Für eine schönere Optik werden die Stoßkanten auf Gehrung gesägt. Die Schraubenlöcher bohren und senken Sie in der Aluleiste vor. Achten Sie darauf, dass die Schraubenköpfe nicht vorstehen.
Nun räumen Sie Ihre Pflanzkübel und Möbel zurück auf den Balkon. Fertig!
Produktinfos:
- Unterkonstruktions-Profile, Terrassendielen und Dielenverbinder mit passenden Schrauben und Abstandshalter in 3 Größen von alfer/verando
- Dübel Duo Power 6 mm x 30 mm S von fischer
- Akku-Bohrschrauber AdvancedDrill 18, Akku-Schlagbohrschrauber AdvancedImpact 18, Kreissäge PKS 66 AF, Stichsäge UniversalSaw 18 V, Winkelschleifer 850-125, Bohrhammer PBH 3000-2 FRE von Bosch
- Schattenfugensäge DSM 20 von Dremel
- Edelstahlschrauben, Vollgewinde, Senkkopf, T-STAR plus, 4CUT, Edelstahl rostfrei A2
Links:
- verando Terrassensystem von alfer mehr
- Elektrogeräte von Bosch mehr
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